Aurikel (Primula Aurieula L.), beliebte perennierende Gartenblume. Ihre Grundspezies findet sich auf den deutschen Voral en und über das ganze südl. Europa bis zum Orient wild und ist an ihren kurzen, etwas dicken, bestäubten, spatel-Denen d.⸗ graulichen Blättern zu erkennen, zwischen enen der Schaft mit einem Bouquet aus 6—7 kurz gestielten, gelben, angenehm 3 Guutem Blumen sich erhebt. Ob die zahlreichen Gartenvarietäten nur von dieser Art oder noch von andern abstammen, ist ungewiß. Am frühesten wurden A. in England kultiviert; im 17. Jahrh. kam diese Kultur nach Holland hinüber, von wo später die Engländer die Enkel ihrer eigenen Zöglinge umgebildet zurückkauften. Man unterscheidet vier Klassen von A.: 1) gewöhnliche Blumen mit nur einer Farbe und einem mattweißen Auge; 2) schattierte oder Luiker (Lütticher) Blumen mit einem gelben, olivenfarbigen oder auch wohl weißen Auge und zwei verschiedenen Farben oder einer Farbe, welche aber nach dem Auge hin dunkler, nach dem Rande der Blumenkrone hin heller sein muß; 3) englische oder gepuderte, Pfanze, eh bies den weißlichen Staub, der die Pflanze, selbst die Blumenkrone bedeckt; die Blumen haben ein unregelmäßiges, oft fünfeckiges Auge und düstere Farben, sind gewohnlich gestreift, selten schattiert, öfter mit einem grünen Bande umsäumt; 4) gefüllte A., wenig geschätzt, gebildet aus wenigstens zwei ineinander steckenden Blumenkronen. Die geschätztesten Farben der ersten Abteilung sind Blau, Schwarzbraun und Feuerrot; die der zweiten samtiges Dunkelbraun, Oliven-Chamois, Amarant, Blau; die der dritten Hellchamois, Purpurbraun und Olivengrün. Bei den gefüllten A. liebt man vorzugsweise Gelb, Mordorée, Purpurbraun und Schwarz. Der Schaft einer kulturwürdigen A. soll gerade kräftig, von guter Haltung, nicht über 20 em hoch sein und ein reiches Bouquet tragen. Die Blumen sollen ziemlich kurz gestielt sein und sich so halten, daß sie von vorn gesehen werden können. Der Saum der Blumenkrone muß verhältnismäßig .7 vollkommen flach, möglichst rund und der chlund durch die Staubbeutel eund.8l5 t das Auge groß, regelmäßig, mehr rund als eckig sein. Im allgemeinen aber nimmt man es mit diesen Anforderungen weit weniger genau als früher, besonders wenn es sich nicht sowohl um eine Kollektion, als um die Aus-Die A. blüht im April und Mai, oft auch im Herbst zum zweiten male. Die Kultur ist ziemlich einfach; am besten gedeiht die A. in einem etwas konsistenten, dabei dur lassenden ⁷• nicht feuchten Boden in halbschattiger, doch luftiger und von oben üaad Lage, in der si gegen heiße Sonne eschützt ist und nur etwa 3—4 Stunden Morgenonne hat. Der Boden darf keinen tierischen Dünger enthalten, sondern wird besser mit guter Lauberde oder sonstigen gut zersetzten pflanzlichen Resten gemischt. Gegen Frost ist die A. üge gar nicht em-Frost un desto mehr gegen häufigen Wechsel von rost und Thauwetter, heiße, trockene Luft, andauernden Regen im innn Es ist dies auch der Grund, warum Aurike —½F6 ihre besten Blumen, ganz besonders die englischen und die gefullten, in Töpfen kultivieren, soda sie gegen die Unbilden der Witterung weit leichter geschgt werden können als im freien Lande. Man vermehrt die A. durch Teilung der Stöcke und abgelöste junge Triebe des Wurzelstocks im Herbst nach der Samenreife, oder durch Samen, doch werden die aus diesen erenen Pflanzen selten vor dem 3. oder 4. Jahre lühbar. Uberhaupt erfordert die Anzucht aus Samen, wie die zur Liebhaberei gewordene Aurikelkultur viel Geduld und Sorgfalt.