FeedAurifaber
ReligionBrockhaus 1882

Aurifaber, latinisiert aus Goldschmied, ist der Name mehrerer Theologen der Reformationszeit. Johann A., 1519 in der Grafschaft Mansfeld geboren, studierte 1537—40 zu Wittenberg Theologie, war 1540—44 Erzieher der sungen Grafen von Mansfeld, kehrte 1545 nach Wittenberg zurück, erfreute sich des nähern Umgangs mit Luther als dessen Tischgenosse und Famulus, begleitete ihn auf der letzten Reise nach Eisleben und war bei seinem Tode zugegen. Im Schmalkaldischen Krieg n Mein Feldprediger, ward A. 1551 Hofprediger in Weimar, aber infolge der Flacianischen Streitigkeiten 1561 seines Amts entsetzt. Er fand bei den wan91 von Mansfeld in Eisleben eine Zuflucht und ward 1566 Pfarrer zu Erfurt, wo er 18. Nov. 1575 starb. Das rößte Verdienst hat sich A. erworben um die Schristen Luthers, indem er die große jenaer Ausgabe von Luthers Werken (155⁵⁵ —58) mit Kabra 1564 und 1565 Foliobände bisher ungedruckter deutscher Schriften Luthers, 1556 und 1565 zwei Bände Briefe und 1566 die Tischredeno herausgab. — Ein rh Johann A., geb. 30. Jan. 1517 zu Breslau, studierte seit 1534 in Wittenberg und trat hier 1538 als Docent in die philos. Fakultät ein. Auf Melanchthons Empfehlung ward A. 1550 als Pfarrer und Iktedier der Theologie I1 Rostock berufen und wirkte hier höchst segensreich durch eine friedfertige Kirchenleitung. Weniger erfolgreich war seine Ee in Königsberg, wohin A. 1554 zur Beilegung der Ostandristischen Streitigkeiten berufen ward. Im Mai 1567 siedelte A. nach Breslau über als Pfarrer an St. Elisabeth und Inspektor der Kirchen und Schulen, doch starb er bereits 19. Okt. 1568.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 232Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6