FeedAverserbach oder der Avnerrhein
ErdkundeBrockhaus 1882

Averserbach oder der Avnerrhein, ein wildes Bergwasser, entspringt mit zwei Quellen im Jufer⸗ und Bregalgathale, durchfließt in tiefer Rinne zwischen den steilen Grashalden der Thalflanken das A., empfängt links den Madriserrhein und an der Grenze von A. und Ferrera den Leibach aus dem ital. Val di Lei, durchbricht dann die Felsklüfte des Ferrerathals, in — er eine Reihe prächtiger Stromschnellen und Wasserfälle bildet, und mündet nach 30 km langem Laufe 2,5 km oberhalb Andeer in den Hinterrhein. Der Weg, welcher hier von der Splügenstraße in südöstl. Richtung gegen das A. abzweigt, ist ach ube ein leidliches asn en, verwandelt sich aber bald in einen beschwerlichen steinigen Fußpfad, der, mehrmals das Ufer wechselnd, bald och über dem lusse, bald dicht an demselben hin, an Wasserällen, verlassenen Hüttenwerken und verfallenen Schnt vorbei, durch die waldige und felsige lucht des Ferrerathals über Aeußer-Ferrera 1321 m und Canicul 1480 m hinansteigt, um die offenere und zahmere aheuhaln des A. zu Ias nen. Mit seinem Seitenthale Madris zählt das A. in mehrern Dörfchen, Weilern und einzelnen Höfen 259 E. deutscher Zun e und reform. Konscaft deren einzige Erwerbsquelle die Alpwirtchaft ist. Der Hauptort Cresta mit der Thalkirche liegt 1949 m über dem Meere auf der rechten Thalseite am Fuße des Weißbergs, 2933 m/ und ist das höchste Pfarrdorf der Alpen, wie der 6,5 km südöstlich von Cresta gelegene Weiler Juf, 2133 m, das Fialte Winterdorf Europas ist. Im S. von den Italienern des Bergell, im O. von den Italienern und Romanen des Oberhalbsteinthals, im N. von den Romanen des Ferrerathals und im W. von den Aderer a des Val di Lei umgeben, bilden die Averser oder Avner eine deutsche Sprachinsel, deren Ursprung von den einen auf Einwanderung freier Walser, von den andern auf eine hohenstaufische Kolonie zum Schutz der Pässe zurückgeführt wird. Aversa, im Altertum Atella, Stadt in der ital. muhids Caserta (ehemals Terra di Lavoro), 15 km nörd ich von Neapel, an der Eisenbahn nach Caserta (Foggia), in einer orangen⸗ und weinreichen, mit schönen Villen bedeckten Gegend, ist gut gebaut, Sitz eines Bischofs, hat als Gemeinde (1880) 20832 E., eine Kathedrale mit Kuppel in normann. Stil, neun Pfarrkirchen und viele Klöster, eine treffliche Irrenanstalt (Morotrofio) und ein ausgezeichnetes Waisen⸗ und indelhaus (San-Lorenzo). Die Stadt . berühmt durch ihren moussierenden Weißwein (Asprino), en vortrefflichen Früchte, Melonen und Mandelkuchen auch Olbau und Seidenzucht. Das alte Atella, früher von Oskern, dann von Campanern bewohnt, mußte seinen Abfall Hannibal Has büßen, indem an die Stelle der nach Calatia verwiesenen Bewohner Neubürger aus Nuceria kamen. Später wurde es röm. Municipium. Der an sich unbedeutende Ort verdankte seine Berühmtheit den Atellanen (. d.). Die Barbaren der Völkerwanderung zerstörten die Stadt. An ihrer Stelle wurde das jetzige A. 1027 von den Normannen auf einem ihnen vom Herzog Sergius III. von Neapel geschenkten Gebiet erbaut; Kaiser Konrad II. bestätigte ihrem Führer Rainulf, der ihn als Lehnsherrn anerkannte, 1038 den Titel eines Grafen von A. Die Graf chaft wurde 1061 mit dem beim Papste zu Lehn gehenden Für1 Ane Capua vereinigt. Im J. 1345 wurde zu Andreas von Ungarn, Gemahl der Königin Johanna I. von Neapel, ermordet. versen der Zollausschlüsse (s. d.) heißen die Beiträge, welche die außerhalb der gemeinschaftlichen Lae liegenden Gebiete des Deutschen Reichs an Stelle der 1 und Verbrauchssteuern nach Art. 38 der Reichsverfassung zu den Ausgaben des Reichs zu leisten haben. Die Berechnung der A. erfolgt nach dem Verhältnisse der ortsanwesenden Bevölkerung zu den Nettoeinnahmen des Reichs an Zöllen und Verbrauchssteuern, jedoch dergestalt, daß zur 31— der Rerune Verbrauchsfähigkeit der städtischen Bevölkerung der Zollausschlusse für diese noch ein Zuschlag in Ansatz kommt, +* 3. B. in Bremen und Hamburg 5 Mark, in Altona, Wandsbeck, Bremerhaven, Geestemünde und Brake 3 Mark für den Kopf beträgt. An dem in den Reichshaushalts-Etat unter den Einnahmen einzustellenden Erträgnisse der A. haben, insofern dieselben die Steuern von Branntwein und Bier ersetzen sollen, Bayern, Württemberg und Baden, insofern sie zum Ersatze der Steuer von Bier dienen, Elsaß-Lothringen keinen Teil, weil diese Staaten in Bezug auf die genannten Objekte sich nicht in der Steuer emeinschaft befinden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 290Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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