FeedAvicenna
HeilkundeBrockhaus 1882

Avicenna, eigentlich Abu Ali al-Husain Muo-Abd-Allah Ibn-Sina, berühmter arab. Philosoph und Arzt, wurde —2 Afschema, einem Flecken in der Nähe der zu Bokhara gehörenden Stadt Charmatia, 980 geboren und studierte zu Wen-Mathematik, Astronomie, Philosophie und Mediin. Er war Leibarzt bei mehrern Herrschern der samanidif en und dailemitischen Dynastien, auch eine Zeit lang Vezier in Hamadan, zog sich aber dann nach Jspahan zurück und starb auf einem Zuge des Emir Ala-ed-Daula gegen Hamadan 1037. A. hinterließ eine Menge Schriften, unter denen sein im wesentlichen an Galen sich anschließendes Sy-Ruf der Medizin Kanun fi'I Tibbo den größten uf erlangte. Dasselbe zeichnet 10 weniger durch Originalität aus als durch die zweckmäßige Anordnung und Auswahl aus den Schriften der griech. Arzte zu einer Zeit, wo die Kenntnis des Griechischen noch wenig verbreitet war. Auch dem A. waren die anech Arzte nur durch arab. Übersetzungen zugänglich. Der arab. Text jenes Kanunist vollständig nur einmal 0 Bde., Rom 1593) im ruck erschienen. Sehr zahlreich sind aber die lat. Übersetzungen. Die älteste derselben ist die von Gerardus Cremonensis, welche mehrfach (mit Verbesserungen von Alpagus, 2 Bde., Vened. 1595) edruckt wurde. Für die sorgutte te gilt die von lempius (Löwen 1658). Außerdem sind noch einige andere seiner mediz. Schriften sowie auch mehrere philosophische in lat. Übersetzungen (unter andern von Alpagus) erschienen. Ein Poema de Logicas hat Schmölders in den Documenta philosophica Arabum (Bonn 1836) herausgegeben. Besonders hat A.s Schrift über Metaphysik (eigentlich ein Kommentar zur Metaphysik des Aristoteles) die Aufmerksamkeit der olastiker auf sich gezogen. A. erweist sich in derselben als ein Rund. aus iher een enker. Von denselben Grundsätzen Über die ursprünglichen Begriffe des menschlichen Verstandes ausgehend, die schon sein Vorber M. El-Farabi angenommen, setzt er den Begriff der Möglichkeit als einen angeborenen Begriff voraus und fordert ein Subjekt für dieselbe, weil sie nicht als Substanz gedacht werden könne; das Subjekt der Möglichkeit ist aber die Materie. Weil ein olches Subjekt für die Möglichkeit ohne Form nicht ein kann, so 16. daraus die Ewigkeit der Welt. gibt also im Gegensatz gegen seinen Vorgänger die Lehre von der Emanation der Materie aus Gott auf und sieht in der Hervorbringung der sinnlichen Welt nur eine Gestaltung des ursprünglichen Stoffs. +* . B. „Lehrbuch der Geschichte der Medizino (3. Aufl., Bd. 1, Jena 1875). vioennia, von Linné zu Ehren des berühmten arab. Arztes Avicenna benannte Pflanzengattung aus der Familie der Verbenaceen, besteht aus immergrünen Bäumen der Tropengegend mit geichen Blättern, gestielten, achsel⸗ und endständigen Blüten, welche einen tief fünfspaltigen Kelch und eine kleine, glockenförmig-zweilippige Blumenkrone besitzen. Die lederartigen, zusammengedrückten, einsamigen Früchtchen sind vom Kelche und den Deckblättern umgeben. Einige Arten, namentlich A. nitida Jacg. und officinalis L., beide mit glänzenden Blättern und rosenroten Blüten, sind Zier-Art wir in Warmhäusern. Die Rinde der erstern rt wird in Brasilien als Gerbemittel benutzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 292Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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