Bei den alten Völkern des Orients war das Bad eng mit dem Kultus verknüpft, indem man durch die körperliche Reinigung auch eine moralische Reinheit andeuten wollte. Die alten Juden waren durch religiöse Vorschriften verpflichtet, vor dem Gebete und nach dem Opfern zu baden, und sie betrachteten das Baden der Neugeborenen, die Reinigungsbäder nach gewissen körperlichen Funktionen und Krankheiten als wichtige symbolische Handlungen. Was die Griechen betrifft, so werden schon bei Homer den ankommenden Freunden und Gästen vor allem warme Bäder bereitet. Der Grieche lagerte sich nicht zum Mahle, bevor er à üuer gebadet, und sein Hausbad befand sich im Innern des Hauses. Auch mit religiösen Handlungen stand bei den Griechen das Bad in Verbindung, so mit den Vorbereitungen zum Opfern, zum ½ der Orakelsprüche, zur Hochzeit u. s. w. Ebenso war der Gebrauch von Schwitz-und Dampfbädern in Griechenland schon Fenbdeig heimisch. Das Schwitzbad oder Lakonikon bestand aus einem Gemach mit Bänken, das mittels Röhren mit dem Hypokauston, einem großen Ofen, in Verbindung stand. In Athen namentlich gab es zu Alexanders d. Gr. Zeit sowie später unter den röm. Kaisern, insbesondere unter Hadrian, elegante und bequeme Badeanstalten. In diesen öffentlichen Anstalten sowie auch in den Hausbädern der Reichen befanden sich außer jenem Lakonikon und Hypokauston auch Ankleidezimmer (apodyteria), dann trockene Schwitzzimmer (pyriateria), wo das Schwitzen bloß durch Erhitzung der Luft bewirkt wurde, und Zimmer, die zur Einreibung mit Ol (elaeothesia) dienten. Um die Badeanstalten herum hatte man Plätze für gymnastische übungen nach dem Bade, und auf dem platten Dache des Hauses konnte man Sonnenbäder nehmen. Auch benutzten schon die Griechen die heißen Quellen oder Thermen als Heilbäder. Das kalte Bad nannten die Griechen Lutron. Die Männer badeten in Griechenland gemeinschaftlich; daß es für Frauen umern r Bäder gab, ist wahrscheinlich.