Baffinsbai (auch Bylots⸗ oder Bilettbai) heißt der breite Meeresteil auf der Westseite von Grönland, zwischen diesem und dem großen Arktischen Archipel; sie ist eine nördl. Erweiterung der Davisstraße zwischen 68 und 78 ½ nördl. Br., nimmt einen ungefähr anderthalbmal so großen ½ als die Ostsee ein und hat eine mittere Breite von 550 Em sowie eine Länge von 1100 km. Das Meer innerhalb derselben hat stellenweise ansehnliche Tiefe; so fand Parry unter 72* 23 nördl. Br. den schlammigen Boden in 1980 m Tiefe (wovon wohl 100—200 wegen Krümmung des Taues I iehen sein mögen), aber Aal. 40 km weiter nörd ich in 225 m Tiefe. Die Flutwelle dringt in die B., indes hat die Flut, nach Roß, nur 1,8—2, m Höhe über dem mittlern Stande, im N. noch weniger. Die Beschaffenheit des Wassers, seine Farbe und sein Salzgehalt, ändert sich infolge der zeitweise eintretenden Eis⸗ und Schneeschmelzen außerordentlich oft. Durch die Davisstraße geht eine starke daß das Wieer S., woraus der Entdecker schloß, daß das Meer nach N. hin nicht geschlossen sei; indes fand Parry, daß diese Strömung weiter im N. an Stärke abnimmt und endlich sogar nach N. gerichtet ist. Innerhalb der Bai liegen wenige V und zwar nur nahe der Küste. Disko, an der Ostküste, in 70 nördl. Br., ist eine dän. Walfischfängerstation, und die etwas nördlicher gelegene Hasen⸗ oder Waigatt-Insel ist durch die dort vorgenommenen Pendelbeobachtungen bekannt, aus welchen die Abplattung der Erde zu ½16/6 berechnet worden ist. Die B. wurde bereits 1562 von Bears entdeckt, aber nach Baffin benannt, der sie 1616 befuhr; 1818 K Derzelben J. Roß die erste regelrechte Untersuchung derselben.