Anodhuna W nennt man in der Medizin die schmerzstillenden Mittel. Da der Schmerz aus sehr verschiedenen Ursachen entsteht, so sind auch die Mittel dagegen verschieden. Ist eine Entzündung die Ursache des Schmerzes, so sind entzündungswidrige Mittel, rief l ein fremder Körper hervor, so ist Entfernung desselben schmerzstillend. Im engern Sinne nennt man daher A. nur solche Mittel, welche durch ihre Wirkung auf das Nervensystem die Empfänglichkeit desselben für den schmerzhaften Eindruck zu verringern vermögen. Dies sind gewöhnlich die das Gehirn betäubenden Narkotika (s. d.), besonders Opium und dessen Präparate, oder die das Gefühl in den empfindenden Nervenfasern aufhebenden Anästhetika. (S. Anästhesie und Anästhesieren.) Anogeén nannte Haidinger alle diejenigen Veränderungen der Gesteine, welche unter dem Einflusse der Atmosphärilien, also an der Erdoberfläche oder in der Nähe derselben von oben nach unten stattgefunden haben oder noch stattfinden. Die wichtigsten anogenen Prozesse bestehen: 1) in der Umwandlung wasserfreier in wasserhaltige Gesteine (so wird Anhydrit durch Aufnahme von rnin. zu Gips), 2) in der Oxydation gewisser gesteinbildender Mineralien (so wird Spateisenstein durch Aufnahme von Sauerstoff zu Brauneisenstein, Eisenkies zu Eisenvitriol), 3) in der Bildung von Carbonaten durch Zersetzung von Silikaten, und zwar namentlich von Feldspaten. Auf diesem Vorgange beruht die Verwitterung vieler in frischem Zustande sehr fester Gesteine, z. B. des Granits und Basalts; er ist deshalb von der größten Tragweite für die ganze organische Welt und bedingt geradezu die Möglichkeit pflanzlicher und tierischer Existenz auf der Erde, da durch ihn der solide Felsengrund zu Grus, sandigem Lehm und Ackerkrume umgestaltet wird. Manche Geologen nahmen Umwandlungsvorgänge an (die sog. plutonische Metamorphose), welche in einer den anogenen entgegengesetzten Richtung, nämlich vom glutflüssigen Erdinnern herauf, sich bethätigen sollen, und nannten diese, nach Haidingers Vorschlag, katogén.