FeedBajasid
ErdkundeBrockhaus 1882

Bajasid, Bajesid, Bayazet, Stadt im asiat.⸗ türk. Vilajet Erzerum, nahe der russ. und pers. Grenze, an der großen Straße nach Tabris in Aserbeidschan, 22 Km im SSW. des Ararat gelegen, ist auf der Vorhöhe des Ala-Dagh amphitheatralisch erbaut, aber elend und sehr heruntergekommen, besonders durch den Russisch-Türkischen Krieg 1877— 78, zählt kaum noch 1500 E., meist Kurden. Den Ort beherrscht eine alte Citabelle. Infolge seiner Lage, wodurch B. die Hauptstraße von Armenien nach Aserbeidschan beherrscht, — es häufig Kriegschauplatz geworden. Am 8. Sept. 1828 kapituierte es an die Russen, die sodann 29. Sept. in der Pase ein Gefecht bestanden und 3. Juli 1829 den Pascha von Wan mit Verlust m den din en. Am 31. Juli 1854 wurde B. von den ussen unter Wrangel nach Forcierung der Araratpässe und Besiegung des Selim-Pascha bei den Dbie W. lschen Höhen (Karabulak) eingenommen und die Festungswerke beim Abzuge zerstört. Am 29. April 1877 besetzten die Russen ohne Kampf Stadt und Citadelle, mußten zwar die Stadt im Juni wieder räumen, behaupteten sich aber in der Citadelle, welche die Türken seit 14. Juni belagerten, bis sie General Tergukasow 10. Juli entsetzte und die Besatzung mit sich fortführte. Zum zweitenmal wurde die Stadt 29. Okt. 1877 von den Russen besetzt. Im Präliminarfrieden von San-Stefano (3. März 1878) wurde die Abtretung von B. an Rußland zugestanden, durch die Beschlüsse des Berliner Kongresses (13. Juli 1878) verblieb es jedoch der Türkei. . Bliß). oder Bajesid I., genannt Jilderim (d. h. Blitz), türk. Sultan, geb. 1347, Hlae 1389 seinem Vater Murad I., der in der Schlacht bei Kossova gegen die Serben geblieben war. Den Weg zum Throne hatte er sich durch die Erdrosselung semes jungern Bruders Jakob gebahnt. In drei Jahren eroberte er die Bulgarei, einen Teil Serbiens, Macedoniens und Thessaliens und die meisten Staaten Kleinasiens. Selbst Konstantinopel schloß er gegen 10 Jahre hindurch ein, um es durch Hunger zu bezwingen. Die Stadt zu retten, brachte König Sigismund von Ungarn, der nachmalige Deutsche Kaiser, ein großes Heer zusammen, dei welchem sich auch franz. und burgund. Edelleute befanden, und griff die an der Donau gelegene Stadt Nikopolis in der Bulgarei an. Allein B. eilte herbei und errang über die verbündeten Ungarn, Polen und Franzosen 28. Sept. 1396 einen entscheidenden Sieg. Sigismund entging verkleidet der Gefangenschaft; die Franzosen aber, durch deren ungestüme Hitze die Schlacht verloren ging, wurden etzt würde B. das griech. Kaisertum gestürzt ha⸗ „wenn er nicht durch Timur (s. d.), der seine Besitzungen in Kleinasien angriff, im Juli 1402 bei Angora in Galatien eine gänzli iederlage erlitten hätte. Gefangen wurde er mit Großmut behandelt, bis er auf einem Fluchtversuche betroffen wurde. Seitdem bewachte man ihn aufs strengste. B. starb 8. März 1403 in Timurs Lager, und ihm log in der Regierung sein Sohn Soliman I. ajazet II., türk. Sultan, der Sohn des Sultans Mohammed II., des Eroberers von Konstantinopel, geb. 1447, bestieg nach seines Vaters Tode 1481 den Thron der Osmanen. Seine Regierung war ausgefüllt mit ununterbrochenen Kriegen geen Ungarn, Polen, Venedig, Agypten und Pern, die, ohne besonders hervorragende Momente und mit wechselndem Glücke geführt, doch im ganuun zur Befestigung der osman. cht dienten. uch gegen seinen Bruder Dschem, der ihm den Thron streitig machte und von Agypten unterstützt wurde, mußte B. das Schwert ziehen. Schließlich ließ er Dschem in Rom vergiften (Febr. 1495). Die letzten Jahre von B.s Regierung wurden durch die Rivalität seiner Söhne um die Nachfolge im Reiche mannigfach getrübt. Von den Janitscharen, die seinen jüngern Sohn Selim zum Sultan erheben wollten, gezwungen, dankte B. zu Gunsten desselben ab, wurde aber vergiftet und starb in der Nähe von Adrianopel 18. April 1512. B. war ein Freund der Derwische und liebte Glanz und Pracht. Mehrere der schönsten Moscheen in Konstantinopel und Adrianopel wurden von ihm erbaut und ausgestattet. ajazzo (ital.) heißt bei Seiltänzern, Akrobaten u. s. w. der Spaßmacher und Possenreißer. Flögel führt seinen Ursprung wie den der verwandten Harlekins, Pulcinells, Kasperls Hanen ings, Jack Puddings u. s. w. auf die Atellanen d.) zurück. Sein Kostüm nähert sich dem des ierrot. Er trägt ein weites weißes, gegürtetes, meistens ausgezacktes Wams, ähnliche Beinkleider, einen spitzen, hohen Hut und eine große gefältelte Halskrause. Dem B. verwandt ist der Clown im Cirkus der Kunstreiter.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 382Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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