Balaklawa, kleiner Hafenplatz von 700 E. im russ. Gouvernement Taurien, an der hohen Südwestküste der Krim, 13 km südöstlich von Sewastopol, wohin eine Straße geht, während eine andere ostwärts nach dem Baidarthale und von da nach Jalta führt. Der Ort liegt am Fuße hoch aufsteigender Höhen, im Hintergrunde einer nordwärts in das Land eindringenden Bucht, die einen gegen alle Winde geschützten Hafen bildet; doch finden die Schiffe wenig Raum zum Anlegen, und die Her Rur ist sehr beengt. Der Kriegshafen, den hier Rußland unterhielt, ging 1860 ein, und die ucht wird nur noch von Küstenfahrern benutzt. Im Altertum hieß die Bucht Hafen der Wahrzeichen» (Symbolon portus) und war nach Strabo der Hauptschauplatz der taurischen Räubereien. An ihr hatten der skyth. König Skilurus und seine Söhne die Festung Palakion angelegt, deren sie sich als Waffenplatz gegen die Feldherren des Mithridates bedienten. Im Mittelalter bestand hier 1365 —1475 unter dem Namen Cembalo (aus Symbolon portus) oder Cembaro (auch Zinbano) eine blühende Niederlassung der Genuesen, von deren weitläufigen Festungswerken an der Ostseite des Hafeneingangs noch Reste vorhanden sind. Als die Krim an Rußland kam, war der Ort von Tataren bewohnt. Katharina II. siedelte dafür Griechen an, aus denen man 1795 das balaklawisch-griech. Bataillon errichtete, welches bis 1859 bestand. Im Orientkriege nahmen 26. Sept. 1854 die Engländer Hafen und Stadt, deren schwache russ. Besatzung sich ergab, und machten die Bucht zur Hauptstation ihrer Flotte. Es wurde eine Eisenbahn nach dem Plateau von Sewastopol angelegt und Een W einen unterseeischen Telegraphendraht zwischen B. und Varna die direkte Verbindung der Alliierten mit dem Westen Europas hergestellt. B. war der Depotplatz des umunde Heeres, welches Sewastopol belagerte, und wurde durch eine Reihe starker Schanzen gegen Handstreiche gesichert. Am 25. Okt. 1854 erstürmten die Russen unter Liprandi die vorgeschobenen Werke, gaben dieselben jedoch bald wieder auf. Während dieses Gefechts sand eine denkwürdige Attacke des Lord Cardigan mit der leichten Kahohem Felsen am Meere das alte Georgskloster (St. Georgiew) mit einer neuen Kathedrale und dem sog. Flottenkloster, dessen Mönche früher den Gottesdienst auf den Schiffen verrichteten. Entweder hier oder westlich vom Kloster über dem Vorgebirge Fiolente stand das Parthenion, der berühmte Tempel der jungfräulichen Artemis (Diana), bei welchem nach der Sage Duer Banz Priesterin war. Allerwärts finden sich Rer aureste aus dem Altertum; die wertvollsten in denselben aufgefundenen Stücke sind in einem besondern Museum zu Petersburg niedergelegt.