FeedBaidär
ErdkundeBrockhaus 1882

Baidär, Tatarendorf mit zwei Moscheen und 250 E. auf der Halbinsel Krim, im Kreise Jalta des russ. Gouvernements Taurien, 28 kEm im SO. von Sewastopol und 23 km im OSoO. von Balaklawa, an dem Bache B., welcher der in den Hinteriche der Reede von Sewastopol mündenden schernaja zufließt, ist der Hauptort des fruchtbaren Baidärthals. Dieses bildet einen unregelmäßig ovalen, 17 km langen und 8—10 km breiten, überall von eichen⸗ und buchenbewachsenen Bergen eingeschlossenen und von den Quellbächen der Tschernaja meit zum Meere Kessel. Im S steigt das hohe, steil zum Meere abfallende Küstengebirge auf, über dessen Kamm die von dem Fürsten Woronzow angelegte Kunststraße durch das Baidärthor im Zickzack das Ufergebirge entlang bis Jalta und von da über Aluschta über den 1600 m hohen Tschatyr-Dagh nach Simferopol führt. Im O. erheben ich die steilen Wände der Jaila (Alp) von Ussundschi an den Quellen der Tschernaja; im N. von Usenliche Bergzüge, jenseit deren die Thäler von Usenbasch und Ai-todor liegen, im NW. das zerrissene Kalkgebirge, durch welches die Tschernaja den Ausweg in das Flachland findet. In dem Kesselthale selbst gedeihen die edlern Obstarten des Südens. Im Baidärthale liegen zwölf Tatarendörfer inmitten reicher t⸗ und Weingärten, schöner Laubwälder und frischer Matten, die eine ermehn Weide für das Vieh abgeben. Während der Belagerung von Sewastopol hatten die Russen dieses Thal mit einer starken Truppenabteilung besetzt, um von hier aus ut Balatl und die Verbindung der Verbündeten mit Balaklawa zu bedrohen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 375Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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