Balsame nennt man natürliche Gemische von Harzen mit ätherischen Slen und aromatischen Säuren, welche dickflüssig und meist von starkem, teilweise angenehmem Geruche sind. An der Luft und durch die Länge der Zeit werden sie teilweise fest und völlig in Harze umgewandelt. Sie stammen aus dem Pflanzenreiche und fließen teils freiwillig, teils infolge von Einschnitten aus den Stämmen mehrerer Baumarten (Balsambäume), oder werden durch Auskochen, auch Auspressen, aromatischer Pflanzenteile gewonnen. Die aromatischen B. dienen zur Bereitung von Parfümerien, andere zu technischen Zwecken, mehrere derselben spielen auch eine gewisse Rolle in der Medizin. Die bekanntesten B. sind: 1) der B. von Canada (s. Canadabalsam) oder Canadische Terpentin, welcher von der Balsamtanne (Abies balsamea), die in Canada und Virginien wächst, gewonnen wird; 2) der Kopaivabalsam (s. d.), der von dem im Norden Brasiliens einheimischen Balsamcopahubaume (von Copaifera multijuga und andern Arten derselben Gattung) gesammelt wird; 3) der Karpatische B., auch B. vom Libanon, von der Zembratanne, welche auf den karpatischen Gebirgen, in Ungarn, in der Schweiz, Tirol etc. wächst; 4) der kostbare B. von Mekka oder Gilead (s. Mekkabalsam), von dem echten Balsambaum (Balsamodendron gileadense) in Arabien und Agypten; 5) der Perubalsam (s. d.), sowohl von weißer als schwarzer Farbe, von Myroxylon sonsonatense in Südamerika; 6) der HI Storax (s. d.), auch flüssiger Amber, aus dem Ambrabaume (Liquidambar orientale) in Virginien, der aber auch in Ostindien bereitet wird; 7) der B. von Tolu (Tolubalsam), vom Balsambaume (Myroxylon toluiferum), der bei Tolu, einer Stadt nicht weit von Cartagena in Columbia, wächst; 8) der Ter-Bane (s. d.). Uneigentlich legt man den Namen mancherlei künstlichen Zusammensetzungen bei, welche in früherer Zeit als Arznei⸗ oder Wundmittel großes Ansehen genossen, jetzt aber größtenteils veraltet sind. Es gehört hierzu der * balsam (Auflösung von Schwefel in Leinöl), der Hoffmannsche Lebensbalsam (aus Weingeist und verschiedenen ätherischen Olen), der Wundbalsam (aus Weingeist, Essig, Thymianöl, Myrrhe u. s. w.), der Muskatbalsam oder die Muskatbutter u. a. m. über den Kahtofe des Pih Teil der B. vgl. Wiesner, Die Rohstoffe des Mhuuspra 8v (Lpz. 1873), und Kerl u. Stohmann (Muspratt], «Encyklopädisches Handbuch der technischen Chemies (3. Aufl., Bd. 3, Braunschw. 1875).