Banko) eine (kölner) Mark fein Silber betrugen, seit 1. Juli 1868 aber 59½ Mark ein deutsches Pfund oder ein halbes Kilogramm fein Silber (was fast genau das Nämliche war), sodaß die Bankmark 1 Mark 51,885 Pf. deutsche Reichswährung (die neue deutsche Goldmark zu ½ Thlr. vorherige norddeutsche Währung gerechnet) oder ziemlich genau 15½ Silbergr. vorherige usche Wahr Währung 53 ½0 Kr. frühere berwährn Währung = 75/ Neukreuzer österr. Silberwährung =1,264 Mark oder 1 Mark 4 Schill. 2½ Pf. früheres hamburger Courantgeld (geprägte hamburger und lübecker Münze, das frühere Geld des hamburger Kleinverkehrs und die vorige lübecker Währung) ist. Die Bankmark wurde in 16 Schill. zu 12 Ff. eingeteilt, wie die Mark des hamburger Courantgeldes. Die hamburger und altonger Kaufleute führten alle ihre Rechnungen in dieser Banco-Valuta, welche gegen hamburger Courant ein veränderliches Aufgeld von 20— 25 Proz. genoß. Sie hat mit Einführung der jetzigen deutschen Reichswährung zu bestehen aufgehört, und 15. Febr. 1873 ist geseblich diese letztere in Hamburg an ihre Stelle getreten. Ein besonderes Bankgeld hatte früher auch Schweden, wo 8 Thlr. Banco = 3 Thlr. Silber oder Spezies 12 Thlr. Reichsmünze der andern vorigen Währungen waren, der Thaler Banco 1 Mark 72½ Pf. deutsche Reichswährung, und der Thaler (Reichsthaler) aller dieser Währungen in 48 Schill. zu 4 Stübern (vor Mai 1845 der Schilling in 12 Rundstücke) geteilt wurde. Die gedachten schwed. Valuten Rag 1874 der neuen skandinav. Goldwährung latz gemacht, der Rechnung nach Kronen (s. d.) zu 100 Ore. Ferner hatte Genua früher ein eigentümliches Bankgeld, und man nannte die daneben im gemeinen Verkehr übliche Rechnungswährun ehemals afuori di bancon, d. h. «außerhalb der Bankv. Baneroft (George), hervorragender amerik. Geschichtschreiber und Diplomat, geb. 3. Okt. 1800 zu Worcester in Massachusetts als Sohn des auch als Schriftsteller bekannten Predigers Aaron B., bezog im Alter von 13 J. die Universität Cambridge (Harvard-College) und begab sich 1818 nach Deutschland, um zunächst in Göttingen seine Studien fortzuseten, promovierte 1820 als Doktor der Philosophie, wandte sich dann nach Berlin und unternahm 1821 eine größere Reise durch Deutschland, Frankreich, die Schweiz und Italien, auf weler er unter andern Goethe in Weimar besuchte. Nach achtmonatlichem Aufenthalt in 4. kehrte B. über Marseille nach Amerika zurück. Er nahm etzt die Stelle eines Lehrers der griech. Sprache an der Universität 66 Cambridge an, gründete aber bald darauf in Gemeinschaft mit Cogswell 1823 zu Northampton eine eigene Lehranstalt, die Roundshn ule. Um diese Zeit veröffentlichte er eine Uberetzung von Heerens Ideen über Politik, den Verkehr und den Handel der vornehmsten Voölter der alten Weltoꝰ. Schon nach einigen Jahren gab er indes 1445 Schule auf und widmete — nun ausber P. ich der . wache; der Vereinigten Staaten und der Politik, in welcher er, seine bisherige Verbindung mit den Whigs aufgebend, sich der siegreichen demokratischen Partei anschloß. Er erhielt dafür zur Belohnung 1838 vom Präsidenten van Buren die wichtige Stelle eines Collector of Customs (Oberzolldirektors) des Hafens von Boston. Als Polk 1845 den Präsidentenstuhl bestieg, ernannte er B. zum Marineminister, als welcher dieser eine Sternwarte in Washington und eine Marineschule in Annapolis gründete. Im Herbst 1846 wurde er von Polk als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister nach England geschickt, wo er bis 1849 verblieb. Seinen Durchior. in London benutzte er zu umfassender Durchforchung der archivalischen Quellen für die 1 merikas und namentlich der amerik. Revolution. Von London wandte er sich auch mehrmals nach Paris, wo er, von Guizot, Mignet und Tocqueville unterstützt, seine Forschungen in den Archiven fortsetzte und reiche Ausbeute uund, Seit 1850 in der Stadt Neuyork und im Sommer in dem Badeorte Newport wohnend, widmete B. sich ausschließlich der Vollendung seiner History of the United Statesb (Bd. 1—10, Bost. 1834 — 74; deutsch von Kretzschmar und Bartels, Lpz. 1845—75), bis er im Mai 1867 vom Präsidenten .— um Gesandten für Preußen und den Nor deutschen Bund ernannt wurde. Durch B.s Vermittelung kam der Vertrag vom 22. Febr. 1868 zwischen den Vereinigten Staaten und dem Norddeutschen Bunde zu Stande, durch welchen die Staatsangehörigkeit der Auswanderer geregelt wurde. Während des folgenden Sommers schloß er im Auftrage seiner Regierung ähnliche Verträge mit Bayern, Württemberg, Baden und Hessen ab. Nach ich B. in feiner Stel-Deutschen Kaiserreichs verblieb B. in seiner Stellung bis 1. Juli 1874, kehrte hierauf in seine Heimat zurück und lebt seitdem in Washington. B. ist der bedeutendste Darsteller der amerik. Geschichte. Das obengenannte Werk ist die Arbeit und reife Frucht seines Lebens; es führt die Ereignisse bis zum Ende des Unabhängigkeitskriegs 1782. Eine ubelausgabe desselben erschien zur undertjährigen zeier der Unabhängigkeitserklärung 1876 in sechs änden ohne Anmerkungen. Band (gewebtes), s. Bandfabrikation. Band heißt in der Architektur ein kleines, nicht breites und nur wenig vorladendes, aber fortlaufendes Glied, welches zwei größere Glieder miteinander verbindet. Es findet sich vorzüglich an Geimsen, kommt aber auch auf Säulenschäften als inde vor. — Ein fliegendes Band Spruchband, Nachbildung eines wirklichen gewebten B., wird oft ornamental in der Plastik und Malerei verwendet und hat dann meist den Zweck der Aufnahme einer Inschrift. Bandage, s. Binde und Verband. 7½%* ein kleiner, zwischen 3· 50 und 4 40 sfüdl. Br. —— zu den Molukken gehörender Archipel, welcher seit 1866 mit dem östlichsten Teile der Insel Ceram, den Aru-Inseln, der Tenimber⸗ oder Timor-Laut⸗ und der Babber-Gruppe eine zu der niederländ.⸗ostind. Residentschaft Amboina gehörende Assistent-Residentschaft bildet. Der Banda-Archipel enthält die beiden Hauptinseln Lonthoir oder Großbanda und Neira, häufig auch nur Banda genannt, sowie die kleinern und unbedeutendern, teilweise unbewohnten Pulo-Run, Pulo-Aij, Pulo-Rozinghain u. a., mit zusammen 44 àkm. Alle bestehen aus plutonischem und vulkanischem Eruptivgestein, erheben allendes, nur an einzelnen Stellen zugängliches fer, sind aber mit dem schönsten und üppigsten Grün bedeckt. Den Mittelpunkt des Archipels bilden das 8 km lange und 4 km breite Neira; das südlich von diesem gelegene, nicht breitere, aber gegen 15 km lange, Wenenden gekrümmte Lonthoir sowie der vom Westende Neiras nur durch eine sehr Dounsg und untiefe, kanalartige Straße, das E onnegat getrennte, sich unmittelbar und ohne Küstensaum, in Neer erhebend Kegelform bis zu 532 müber das Meer erhebende, de Vulkan thätige und stets Rauchwolken ausstoßende Vulkan Gunong-Api (d. h. Ingierde Neira und Lonthoir schließen ein unregelmäßig ovales Seebecken ein, in das ein westlicher schmälerer und ein östlicher breiterer anten Alachiwels Die Lage beider Inseln wie des ganzen Archipels ist von großer malerischer Schönheit. Erdbeben kommen daselbst häufig vor und haben nicht selten große Verwüstungen angerichtet; eins der heftigsten war das 1852, wo die Erde vom Nov. bis Jan. 1853 nicht zur Ruhe kam. Bei den Stößen am 26. Nov. stürzten 0 alle Häuser ein und fanden Hunderte von Menschen den Tod. Die Fauna der B. ist auffallend arm, namentlich an Wirbeltieren. Außer einigen Fledermausarten kommen keine Säugetiere vor und auch weniger Vögelarten als anderswo in den Molukken. Die Flora ist gleichfalls nicht sehr reich an Arten. Wich5ite Kulturpflanzen sind der Muskatnußbaum, die ölgebende Canarie, die Kokos-und Sagopalme. Die Bevölkerung besteht aus etwa 500, der überwiegenden Miichtene nach daselbst geborenen Europäern und Mischlingen von Europäern mit Malaien, 5900 größtenteils von eingeführten Sklaven aus allen Gegenden des Indischen Archipels abstammenden, meistens ebenfalls christl. Eingeborenen, 150 Chinesen und wenigen Arabern. Hauptort ist die an der Südküste von Neira gelegene Stadt Banda, Sitz der niederländ. Behörden, mit einem Freihafen, den Forts Nassau und Belgica, einer prot. Kirche, einer Schule, Regierungsmagazinen u. s. w. Die B. wurden 1511 von den Portugiesen unter Antonio de Abreuw entdeckt. Später (1521) knüpften dieselben dort unter Garcio Henriques und Antonio da Britto Handelsbeziehungen an. Ihnen folgten die Holländer (1599) unter J. van Heemskerk und W. van Waerwyk. Die Ermordung ihres Admirals Verhoeven mit 45 seiner Mannschaft (1609) ah den Holländern die Veranlassung, die ursprüngiche, sich auf 15000 Seelen belaufende, aus Alfuren bestehende Bevölkerung dieser Inseln systematisch auszurotten. Seit 1626 in den vollkommenen, ihnen nicht mehr bestrittenen Besitz derselben gekommen, machten sie die Gewinnung und den Verkauf der Muskatnüsse zu einem Monopol der Regierung. Zu diesem Zwecke wurden auf Neira 3, auf Lon11 25 un ben Pulo-Aij 6 großartige Plantagen (holländ. Perken) von Muskatnußbäumen angelegt und an gewisse Personen (holländ. Perkeniers) in einer Art von unter Zustimmung der Regierung han an nicht Erbberechtigte Berwaltung und selbst verkäuflichen Erbpacht zur Verwaltung übergeben. Jedem einzelnen Perke wurde eine bestimmte Anzahl zu demselben ge 147 und von ihm nicht zu trennender Sklaven der Regierung deg zut Die Perkeniers aber waren verpflichtet, den + Ertrag ihrer Ernte an Muskatnüssen und Muskatblüte sern. ilen Verha an die Regierung abzulieern. In diesem Verhältnisse trat zuerst seit 1. Jan. 1860, wo die Sklaverei in Niederländisch-Indien und fomit auch das Institut der Perkhörigen auf Banda aufhörte, eine aaber 618 3 wurden ein. Wenige Jahre später aber (1864) wurden Übergangsmaßregeln getroffen, um das Regierungsmonopol der Gewinnung und des Verkaufs der Muskatnüsse gänzlich aufhören zu Ede Dieses letztere findet seit 1. Okt. 1873 statt. Die Produktion belief sich 1877 auf 210175 kg Nüsse und 38 487 kg Blüten; der Wert der Ausfuhr wurde auf 4336 087 Mark berechnet.