FeedBandwürmer
TierreichBrockhaus 1882

Bandwürmer kommen im Darme fast aller Wirbeltiere vor, Finnen 0860 in den Organen vieler wirbellosen Tiere, wie Schnecken, Insekten u. s. w. Je nach ihrer Organisation, der Beschaffenheit der Haken Saugnäpje u. s. w. sind sie in viele verschiedene Gattungen zerlegt worden. Aus der sehr reichen Litteratur ist als Hauptwerk über den B., wie über die Eingeweidewürmer überhaupt, Leuckarts »Die Parasiten des Menschenp (2. Aufl., Lpz. 1879) hervorzuheben. ů Die Beschwerden, welche der B. seinem Träger verursacht, sind sehr wechselnd und mannigfach; während manche Menschen jahrelang einen solchen Schmarotzer in sich beherbergen, ohne die geringste Empfindung davon 4 besitzen, wird in andern Fällen durch ihn eine Reihe lästiger Beschwerden und übler Zufälle, wie Koliken und Magenkrämpfe, Erbrechen, Gefühl von Bewegungen, Winden oder Saugen im Unterleib, Schwindel und epileptische Zufälle, Blutarmut und Abmagerung unterhalten. An as kann man aus diesen sog. Wurmzufällen durchaus nicht mit Sicherheit auf die Anwesenheit eines B. schließen, da die gleichen Symptome den verschiedenartigsten Störungen des Darmkanals zukommen. Als einigermaßen charakteristisch für den dann, wenn in größern oder geringern Zwischenräumen einzelne Glieder oder längere Gliederketten des Wurms abgehen. . Der einzig wirksame Schutz gegen Bandwürmer besteht darin, die Einfuhr lebender Finnen in den Magen zu verhüten, also weder rohes noch halbrohes Schweinefleisch und Rindfleisch zu genießen. Zur Abtreibung des B. bedient man sich besonders des ätherischen Extrakts der Farnkrautwurzel oder einer Abkochung der Granatwurzelrinde, welche die wesentlichsten Bestandteile fast aller der zahlreichen n ft hets ve gegen den B. bilden; beide Mittel leisten fast stets vorzügliche Dienste, vorausgesetzt, daß sie aus frischen Droguen bereitet wurden. Dem gleichen Zweck dienen auch die Koussoblüten, das Kamalapulver, die Kürbiskerne und das gereinigte Terpentinöl. Gewöhnli läßt man der eigentlichen Bandwurmkur eine Vorbereitungskur vorausgehen, um den B. zu verstimmen, krank und gegen das Abtreibemittel weniger widerstandsfähig zu machen; man erreicht dies am besten durch vorhergehendes Fasten und den Genuß von Heringssalat, Zwiebeln oder ungewässerten Sardellen. Als erfolgreich kann eine Bandwurmkur nur dann angesehen werden, wenn der Kopf des B. mit entfernt worden ist, da im andern Falle der zurückgebliebene Kopf sich nach wenigen Monaten wieder zu einem ausgewachsenen B. entwickelt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 431Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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