FeedBaner (Joh.)
GeschichteBrockhaus 1882

Baner (Joh.), einer der genialsten schwed. Feldherren im Dreißigjährigen Kriege, aus einem alten Geschlechte, geb. 23. don 1596 auf dem Rittergute Dijursholm bei Stockholm, verlor noch als Kind seinen Vater, einen der unglücklichen Ratsherren, die Karl IX. (s. d.) 1600 in Linköping hinrichten ließ. Schon in den Kriegen Gustav Adolfs mit Rußland und Polen zeichnete er sich bei mehrern Gelegenheiten aus; größern Ruhm brachte ihm der Dreißigjährige Krieg. Als Generalmajor hatte er teil an der Einnahme mehrerer Orte in Pommern und Mecklenburg. In der Schlacht bei Breitenfeld (7/17. Sept. 1631) hatte er den Befehl über den rechten Flügel und teilte mit dem Könige die Ehre des Sieges über Tilly, Iurm Gustav Adolf aseinen ritterlichen Mut höchlichst rühmte und ihm einen großen Partikul der glorreichen Victorie zueignetev. Seitdem folgte B. dem Könige, kämpfte mit ihm bei Donauwörth und am Lech und nahm teil an der Eroberung von Augsburg und München. Bei dem Angriffe auf Wallensteins Lager wurde er schwer am Arme verwundet. Komtgs nach übernahm er nach dem Abzuge des Königs na Sachsen den Oberbefehl über alle Truppen in den vier Oberkreisen und Prind mit Beißi fe Gustav Horns den General Aldringer, Bayern zu räumen. Nach dem Tode des Königs sammelte er als Feldmarschall der Krone Schwedens und des niedersächs. Kreises 1634 ein Heer von 16000 Mann, meist Schweden und Brandenburger, mit dem er nach Böhmen zog, wo er sich mit dem kursächs. Heere vereinigte und vom Weißen Berge her Prag bedrohte. Die große Nie⸗ + Bernhards von Weimar und Horns bei Nördlingen Aten Las jedoch zum Rückzuge. Aus der verzweifelten Lage, in welcher das schwed. Heer in Deutschland nach dem Prager Frieden sich beand, errettete es B. durch die Siege, die er bei ittstock 4. Okt. (24. Sept.) 1636 mit 22 000 Mann gegen das kursächsische, 30000 Mann starke Heer und bei Chemnitz 4./14. April 1639 gedin die Kaiserlichen und den Kurfürsten erfocht; diese verloren 8000 Mann an Todten und 3000 Gefangene. B. aber dehnte den amnd Machtkreis wieder über ganz Mitteldeutschland aus. Mitten im Winter brach er dann plötzlich auf und überraschte Jan. 1641 mit den Reicdetag unter Gueébriant Regensburg, wo der Reichstag versammelt war. Schon waren Ede Reiter über das Eis der Donau gegangen, als der Strom aufging und B. e zum Rückuge gezwungen wurde. Von Krankheit aufgerieden, erreichte er unter steten Kämpfen Halberstadt, wo er 10/20. Mai 1641 starb, der Sage nach an Gift, wahrscheinlicher infolge seiner sinnlichen Aus-Donin Grafschaft in Nordschottland, ein zichen ler, von NO. nach SW. gestreckter Streifen zwischen den Grafschaften Aberdeen im O., Elgin oder Moray und Inverneß im W., im N. vom Meere begrenzt, im S. das Grampiangebirge ansteigend, mit (1881) 62731 E. auf 1777,4 àEm. Das Land ist von Hügeln, . Der 50 und Gewässern angenehm durchschnitten. Der Boden besteht 48 Em an der Küste hin 125 aus Sand und Ruhe liefert aber die schwerste Ahernic, m Die Küste selb t ist felsig, der Süden meist bergig, mehr Weide⸗ als Ackerland, doch durchsetzt von vielen schönen, zum Teil fruchtreichen Thälern. Man zieht hauptsächlich Rinder, wenig Schafe. Nur 27 Proz. der Oberfläche sind angebaut. Der Spey, der reißendste und einer der rößten Flüsse Schottlands, mit H+½ Lachsscherei, fließt eine Strecke weit an der Westgrenze hin. Der Doveran fällt dicht bei der Nordostecke der Grafschaft ins Meer. Einige der Berge von B. gehören zu den er Nut Schottlands. So an der Südwestgrenze der Muich-Dhui (1312 müber Meer) im Cairngormgebirge, der zweithöchste Berg in ganz Großbritannien. 0 diesem Gebirge findet man Bergkrystalle und Topase, Cairngorms genannt; auch werden Marmor, Granit, Bausteine u. s. w. gebrochen. Der bedeutendste Ort ist die Hauptstadt B. (ehemals Boineffe) im Distrikt Boyne, ein königl. Burgflecken am ieucßt des Doveran, nahe au Ausmündung in die Bucht Moray-Firth, halb auf dem Lande an der Eisenbahn von Aberdeen nach Inverneß, halb am Meere gelegen. Die beiden Stadthälften sind durch ein Stück Tafelland getrennt, auf welchem die Ringmauer des ehemaligen Schlosses steht. Der Hafen der Stadt befindet sich am Westende der halbkreisförmigen Bucht, an deren Ostseite die Stadt und der ausgezeichnete Bücke Ma eduff (3407 E.) liegen. Eine schöne Brücke von sieben Bogen verbindet beide Städte. Hauptausfuhrartikel von B. sind Korn, Vieh, Lachs und Heringe. Die Heringsfischerei hat in neuester Zeit sehr bedeutende Ausdehnung gewonnen. Die Industrie von B. beschränkt ui auf eine Brauerei, eine Eisengießerei, eine Destillation und eine kleine Tau⸗ und Segeltuchmanufaktur. B. zählt 8841 E., 110 sechs Kirchen, ein schönes Stadthaus, ein Geängnis und eine 1786 gegründete Akademie, eine Lateinschule vom J. 1544, eine Handelsschule u. s. w. sowie mehrere Bibliotheken. Das Schloß Duff (Duff-House), ein Landsitz des Grafen Ile Gen hat einen großen Park, enthält auch wertvolle Gemälde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 431Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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