FeedBerg⸗ und Hüttenwerke im Gang. Die Stadt
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Berg⸗ und Hüttenwerke im Gang. Die Stadt, lange Zeit der Sitz des Paschas von Bosnien, wurde 4. Sept. 1688 durch die Kaiserlichen unter Markgraf Ludwig von Baden erobert. Dagegen erlitten dieselben hier 4. Aug. 1737 eine Niederlage unter Prinz Johann von Hildburghausen, der die Festung 5⁰ dem 18. Juli belagert hatte. Bei der Besetzung osniens durch die Osterreicher fand bei B. 14. Aug. 1878 ein größeres Gefecht statt. (S. Bosnien.) Banjane heißt im Indischen im allgemeinen ein Kaufmann (aus dem Sanskritworte banik abgeleitet). Speziell versteht man aber darunter die Großhändler im westl. Indien, namentlich in den Seeplätzen Bombay, Surat, Cambay u. s. w., welche einen sehr ausgedehnten Karawanenhandel in das Innere Asiens bis an die Grenzen Rußlands und Chinas treiben und, gegen die sonstige Ge- auch Ein des ind. Volks, viel reisen, daher man auch Etablissements und Contors indischer B. fast in jeder bedeutenden Handelsstadt Asiens antrifft. Banjos, obrigkeitliche Personen in Japan. Bank (Geschäftsbank), s. Banken. Bank (militärisch), s. Ges ützbank. Bank nennt man in der eographie jede Erhöhung des Bodens in geringern Höhendimensionen, aber Küher ode größerer Länge als Breite, Fon den ob über oder unter dem eeresspiegel. on den Bänken des festen Landes verdienen die einzelnen Rromms und in den weiten Ebenen des Amazonenstroms und des Orinoco in Südamerika einer besondern Erwähnung. Dieselben gleichen zur Zeit der großartigen Regenüberschwemmungen langen Inseln, auf denen alles Lebende eine Raule vor dem Tode des Ertrinkens sucht. Die Bänke in Gescr und Seen entstehen durch Anhäufung von eschiebe oder Gerölle, von Schlamm, Sand, Kies und Steinen, die der Strom in seinem Bette oder vor seiner Mündung in einen Landsee oder in das Meer ablagert. Im letztern Falle heißen sie Barren, Gi die Schiffahrt erschweren und sogar oft die Einfahrt in größere Flüsse verhindern. Bänke länder, die sich dem Meeresspiegel nähern, ohne über ihn hervorzuragen, sei es, daß sie untergegangen oder noch nicht bis über denselben emporgehoben sind. Steht über ihnen das Meer so seicht, daß sie der Schiffahrt gefährlich werden können, so nennt man sie Untiefen (engl. shoals). Je nach der Bedeckung ihrer Oberfläche unterscheidet man Korallen⸗, Sand⸗ und Muschelbänke, 0 welchen letztern die Austern- und die Perlenbänke gehören. ö Unter den Korallenbänken sind die ausgedehntesten im Indischen Ocean, wie die Saya de Malha⸗ oder Panzerbank im NO. von Madagaskar, unter 78·— 79 507 östl. L. (von Ferro) und 8 18 —11² 30% südl. Br., dann weiter südlich die ungefähr 400 km lange Nazarethbank, deren Südende durch die Eilandsgruppe von A Corda dos Garajos von 13² 30“ —16 47 südl. Br. und von 78—-78 30/ östl. L. (von Ferro) bezeichnet wird. Auch die Große und die Kleine Bahamabank, auf welchen die Bahama⸗-Inseln ruhen, scheinen der Korallenformation anzugehören. ö Sandbänke entstehen überall da, wo sich zwei Wasserströme begegnen und einander in ihrer Bewegung, also auch in der Fähigkeit, den miteführten Sand und Schlamm weiter zu tragen, emmen, sodaß derselbe niederfällt. Hervorragende Uferspitzen und Meerengen sind daher ganz besonders geeignet, Sandbänke zu veranlassen, und manche Meerengen sind durch solche allmählich verschlossen worden. Eine enge eeleie Pr zwischen zwei Sandbänken nennen die Seeleute Priel, Kil oder Kille. Die bedeutendsten Bänke dieser Art sind: die Agulhasbank (s. d.) am Südende Afrikas; ferner die Abrolhosbank (abrolhos, d. h. Thue die Augen aufe) im Atlantischen Ocean, etwa 300 km von der Küste Brasiliens, unter 18 36“ westl. L. zwischen 16 und 19 südl. Br. Am 4pf der Dur ist die Große oder Neufundlandbank nebst der Outer⸗ (Außern) oder Falschen B. (S. Neufundland.) Auf diese folgen der Reihe nach von O. gegen W. die Whale⸗ oder Walfischbank, die Green⸗ oder Grüne B., die Banquerau- und die Mizenbank, die beiden letztern vor dem südl. Eingang des St. Lorenzbusens. Sodann die Sable-Island⸗(Sandinsel⸗)B., Le Have-und endlich die St. Georgs⸗ oder Nantucketbänke, die sich in verhältnismäßig geringer Entfernung vom Festlande bis zur Südspitze von Florida und jenseit derselben in den Golf von Mexiko hinein bis zur Mündung des Mississippi fortziehen. Gefährlich sind auf dieser os Reihe von Bänken nur zwei Stellen; die Virgin-Rocks (Jungfernfelsen) un der Großen B., etwa 150 km vom Kap Race, und einige Shoals oder Untiefen auf der St. Georgsbank. Diese nordamerik. Bänke sind Sammelplätze schedene Fische, welche alljährlich die Fischer verchiedener Nationen namentlich zur Neufundlandbank heranziehen. Als Sandbänke sind außerdem noch bemerkenswert die Campechebank, die sich nördlich der Halbinsel Rucatan und an der Küste der Campechebai hinzieht, und die großen Bänke in der Nordsee, namentlich die Doggersbank und die Langbank zwischen Großbritannien und Dänemark. Muschelbänke, d. h. felsige Erhöhungen des Meeresbodens, welche Sammelplätze für Seemuscheln geworden, finden sich in allen Meeren, sind aber im ganzen noch nicht genügend untersucht. Von hesonderer Wichtigkeit sind die Austernbänke und die Perlenbänke, unter welchen letztern die der Bahrein-Inseln (s. d.) die bedeutendsten sind. Auf ein großes unterseeisches Hochland, das man auch als Fucusbank oder Sargassobank bezeichnet hat, schloß A. von Humboldt aus der ungeheuern Ausdehnung, in welcher schwimmender Seetang (s. Sargassomeer) mitten im Atlantischen Ocean sich angesammelt findet. Banka, eine von den Inseln des Niederländisch-Ostindischen Reichs, liegt östlich von dem südlichern Teile von Sumatra, der zu letzterm gehörenden Residentschaft Palembang gegenüber. Die 11—27 km breite, für die Schiffahrt höchst wichtige Bankastraße trennt beide Inseln. B. bildet mit einer Anzahl in ihrer Nähe gelegener kleiner Inseln die Residentschaft gleichen Namens. Haupkort, wichtigster Hafen⸗ und Handelsplatz, zugleich Sitz des Residenten und Militärkommandanten ist Muntok, unter 23 südl. Br. und 105 9“ westl. L. (von Greenwich), an der nordwestl. Spitze der Insel. Dieselbe enthält 12 681 qkm und besteht Rmpßgen Hlacniedriggelegenem, teilweise selbst sumpfigem Flachlande, aus welchem sich jedoch mehrere, inselformig isolierte Berge bis zu 6—700 m Höhe erheben. Die auf B. vorherrschende Gebirgsart ist Granit mit mehr oder weniger beträchtlichem mallen von Zinnoxyd. Das letztere ist außerdem in allen Niederungen und überhaupt allenthalben auf B., mehr oder weniger tief unter der Oberfläche, in Gestalt von Zinnsand massenhaft abgelagert. Dieser außerordentliche Reichtum an Zinnerz erster Güte bedingt den großen Wert, welchen B. für Holland hat; 1877 wurden 4282010 kg Zinn gewonnen. ie Erzgewinnung ist Monopol der Regierung und wird für Rechnung derselben ausschließlich von chines. Minenarbeitern nach altem Herkommen auf sehr eigentümliche Weise betrieben. Außer Zinn kommt tei B. auch noch in viel geringerer Menge Magneteisen vor; in älterer Zeit soll daselbst auch bisweilen Gold gefunden worden sein. So reich B. an Metallschätzen ist, so arm ist es an Erzeugnissen aus dem Tier-⸗ und Pflanzenreiche. Von größern Säugetieren finden sich daselbst wenige wilde und von zahmen Tieren weder das Pferd noch der Büffel. Von Fruchtbäumen gibt es nur einige wenige Bananen und den Durianbaum (Durio zibethinus). Der Reisbau ist ganz unbedeutend und entspricht lange nicht dem Bedürfnis, sodaß hierin von seiten der Regierung, durch Anfuhr von Java, Rfart. wird. Schon jetzt macht sich Mangel an Holz fühlbar, da die früher ausgedehnten Wälder, bei dem Anlegen der Minen und für den Zweck der Gewinnung von Holzkohlen behufs der Ausschmelzung des Zinnerzes, bis auf die neuere Zeit rücksichtslos verwüstet wurden. Der Handel und die —0.11 rt von B. sind ganz unbedeutend. Die Ausfuhr beschränkt sich auf das Zinn für Rechnung der Regierung, die Wahl en außer Reis und Salz, auf eine Prinde Anzahl europ. und chines. Handelsartikel. Die Bevölkerung bestand 1879 aus 220 Europäern, 51282 Malaien, 19875 Chinesen, 96 Arabern und 11 andern asiat. Fremdlingen. Die eingeborene malaiische Bevölkerung ist körperlich schwach, wenig energisch und wenig intelligent, ohne allen Kunstfleiß und Neigung für den Ackerbau. Bis zur Mitte des 19. Jahrh., wo die Regierung sie zwang, in Dörfern (malaiisch Kampong) festen Wohnsitz zu nehmen und Reisfelder anzulegen, führte sie, in den Wäldern umherschweifend, ein elendes, armseliges, nomadenartiges Leben. Viele Eingeborene trugen Kleider aus weichgeklopfter Baumrinde. Die Entdeckungdes Zinnerzes auf B. geschah 1710 zufälligerweise. Die Insel gehörte damals zu dem Reiche Palembang auf Sumatra. Von dem Sultan Achmed Nadja-müeddin mußte sie 1812 an die Engländer abgetreten werden, von denen sie wieder, infolge des Traktats zwischen England und Holland vom 13. Aug. 1814, an letzteres Reich überging. Auch auf der 117 von B. gelegenen, 4807 qkm großen Insel Billiton, welche früher zu der Resi—⸗ dentschaft B. gehörte, aber 1852 davon getrennt wurde und jetzt eine eigene Assistent-Residentschaft bildet, kommt Zinnerz in beträchtlicher Menge vor. Die niederländ.ind. Regierung trat die Erzgewinnung auf dieser Insel, unter Vorbehalt gewisser Rechte und Vorteile, an eine Gesellschaft in Holland ab, welche 1878 in 98 Bergwerken 3997 872 Kg Zinn gewann. Die Bevölkerung von Billiton bestand im J. 1879 aus 53 Europäern, 21 254 eingeborenen

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 435Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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