Barett (früher gewöhnlich Biret; ital. berreta, franz. barrette, span. birreta; vom husten birrus, byrrus, Kleid von flockigem Stoffe) heißt eine Kopfbedeckung mit flacher Mütze und breiter Krämpe aus reichem Stoff, welche mit dem Anfang des 16. ahrh. für Männer und Frauen die gewöhnliche Kopftracht wurde. Zu Anfang war das B. mannigsach gestaltet und verziert, geschlitzt und mit buntfarbigem Stoff durchzogen, oft auch mit einer Haarhaube, Calotte, in Verbindung gebracht. Ritter trugen es gern hochrot, Fürsten und Grafen karmoisinrot, mit Gold, Perlen, Edelsteinen, auch wohl mit einem Porträtmedaillon besetzt, vom kostbaren Barettinh; uüberragt. Sehr Witi war Nürnbergs Barettfabrikation. Um die Mitte des 16. Jahrh. verdrängte die span. Mode die bunten Farben und Formen und behielt nur ein schwarzes, steifes B. bei. Gegen Ende des Jahrhunderts verschwand auch dieses als allgemeine Tracht und blieb seitdem nur in runder oder eckiger Form als Bestandteil der Amtstracht für Geistliche, hier und da auch für Condersations-Lexikon. 13. Aufl. II. Richter und Professoren, insbesondere für Dekane und Rektoren der Universitäten. In Deutschland ist das B. in neuester Zeit wieder als Bestandteil der richterlichen Amtstracht zu Ehren gekommen.