Baritin dpe Baritz; Georg), rumän. Publizist, eb. 1812 im Koloser Komitat Siebenbürgens, der ohn eines griech.⸗kath. Pfarrers, besuchte das Gymnasium zu ue theol. 5 „dann das zu Klausenburg, erhielt seine theol. Bildung auf dem bischöfl. Seminar e Blasendorf, und wurde 1836 nach Kronstadt berufen, wo er eine Gemeinde⸗ und Handelsschule für die rumän. Kirchengemeinde organisierte. Dort begründete er bereits 1838 die Gazeta de Transilvanias, die erste Zeitung in rumän. Sprache in LH. In den J. 1848 und 1849 nahm er auf österr. Seite lebhaften Anteil an den Kriegsereignissen. Nach der Rückkehr in die Heimat übernahm er 1. Dez. 1849 wieder die Redaktion seiner Zeitung, mußte dieselbe aber im Febr. 1850 niederlegen. Seitdem wirkte B. als Mitarbeiter an den übrigen rumän. Blättern, hat aber seit 1878 wieder ein eigenes Blatt gegründet, den „Observatoriulo in Hermannstadt. Seit 1863 Mitglied des siebenbürg. Landtags, ward er durch letztern in demselben Jahr zum Reichsratsabgeordneten erwählt. Seit 1867 ist er Mitglied der rumän. Akademie der Wissenschaften. Außer seinen journalistischen und publizistischen Arbeiten sind von seinen übrigen Schriften Gemeinschast ein deutschrumän. Wörterbuch (in Gemeinschaft mit Munteanu, 2 Bde., Kronst. 1853—54); die Beiträge zu dem rumän.⸗deutschen Wörterbuche von Polizu und der von ihm redigierte „Calindariu pentru poporulu romanescu (11 Jahrg., Kronst. 1851—-62). Bariton (Bardon, Viola di Bardone) hieß ein jetzt nicht mehr gebräuchliches, mit sieben Saiten bezogenes, der Viola di Gamba ähnliches Instrument. Die sieben Saiten auf dem Griffbrette wurden mit dem enden gestrichen; die unter dem Griffbrette hinlaufenden 16 Drahtsaiten hingegen von dem Spieler nur mit der Spitze des Daumens der linken Hand gerissen. Das Instrument ward gegen Wien erfunden und später durch Lidl und Franz in Wien verbessert. ů In der Vokalmusik heißt B. (Baritono, Bariton, Basse taille, Bas tenor, Concordant) diejenige des Vasses Stimme, welche nicht die Tiefe und Fülle des Basses hat, aber auch nicht die Höhe und Weichheit des Tenors erreicht. Je nachdem sie an Klangfarbe und Umfang mehr dem Tenor oder Baß sich nähert, unterscheidet man sie in Tenor⸗ oder Baßbariton. Der B. stellt nicht nur in der Stimme, sondern schon in seinem physischen Organ das mataliche Normalmaß des männlichen Charakters dar, zu welchem sich Baß (s. d.) und Tenor (s. d.) als ein Zuviel oder Zuwenig verhalten. Mit dem Aufhören der Kastraten, also seit Mozart, wurden die wichtigsten Partien in der Oper mehr und mehr für diese Stimmlage geschrieben; in naeuerer Zeit überwiegt der Tenor. russ. Felomarschall Nachkomme der früher souveränen Fürsten von Tschernigow (1054—1246), die ihre Abstammung von den Rurikiden herleiten, wurde 1814 geboren und mit dem damaligen Thronfolger, spätern Kaiser Alexander II., erzogen, dessen Zuneigung er sich in 4. Grade zu erwerben wußte. Er trat früh als Offizier in das Gardehusarenregiment, machte 1835 als Freiwilliger einen Feldzug im mit und wurde in einem Gefecht verwundet. Mehrere Jahre später zum kaukas. Korps versetzt, bald zum Obersten und kaiserl. Flügeladjutanten befördert, nahm er 1845 an dem Zuge nach Dargo teil, ward Kommandeur des Jägerregiments Kabarda und 1848 Generalmajor. V den Feldzügen von 1850 und 1851 errang er bedeutende Vorteile über Schamyl, und nach seiner 1852 erfolgten Ernennung zum Generallieutenant und Chef des linken Flügels der Kaukasuslinie setzte er seine Unternehmungen mit Energie fort. Nach Ausbruch des orient. Konflikts 1853 zum Generalstabschef der kaukas. Armee ernannt, kommandierte er unter Bebutow in der Schlacht von Körük-Dere (5. Aug. 1854) und trug sehr viel zum Siege bei. Er wurde 1856 zum General der Rer und ernannt und kehrte darauf als Statthalter und Oberbefehlshaber der Armee nach dem Kaukasus zurück. Nach drei Aus einer Steuune zügen, in welchen er den Feind aus einer Stellung nach der andern verdrängte und ihn in einen immer engern Kreis einschloß, wurde auch Weden, die Hauptfestung Schamyls, von dem General Ewdokimow erobert. B. stellte sich hierauf persönlich an die Spitze des Operationskorps gegen das Bergschloß Ghunib, den letzten Schlupfwinkel des heldenmütigen Imam, und stürmte dasselbe 6. Sept. 1859 nach verzweifelter Gegenwehr. Schamyl selbst fiel in die Hände des Siegers, dem sich alle Völker des östl. Kaukasus unterwarfen. Ihrem chreeun Anfanre mehrere Stämme des Westens mit ihrem Anführer Muhamed-Emin. In Anerkennung solcher Erfolge ward B. zum Feldmarschall erhoben. Eine schwere Krankheit nötigte ihn, 1862 seinen Statthalterposten niederzulegen. Seitdem lebte er meist auf Reisen im Auslande und auf seinen in Polen belegenen Gütern, wo er bemüht war, den hohen poln. Adel mit dem russischen auszusöhnen und beide in einer gemeinsamen aristokratischen 2ri. zu verbinden. Die gegen das System des riegsministers Miljutin gerichteten Schriften des General Fadejew werden auf B.s Einfluß zurückaltor“ mit dem Fadejew schon seit der Zeit der aukas. Feldzüge in enger Verbindung stand. Im Winter 1872—73 nahm B. zu Petersburg teil an den Arbeiten der Kommission zur Reorganisation der Armee und zur allgemeinen Wehrpflicht. Er starb 9. März 1879 zu Genf.