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ErdkundeBrockhaus 1882

Barnanl, Kreisstadt Rußlands im westsibir. Gouvernement Tomsk, an beiden Ufern der Barnaulka und am linken des Ob, 420 km südsüdwestlich von Tomsk in gutangebauter Gegend gelegen, ist der Mittelpunkt und Hauptort des westsibir. Berg- und Hüttenwesens. Demidow legte hier 1738 ein Dorf und 1739 ein Hüttenwerk an, welches, 1744 dem Betrieb übergeben, den Namen B. erhielt. B. wurde 1771 zur Stadt beensl und die Verwaltung des Berg⸗ und Hüttenwesens hierhin verlegt; 1822 wurde B. Kreisstadt. Die Stadt lt 14070 E., fünf Kirchen, ein Salzmagazin, zwei Armenhäuser, zwei Gefängnisse, ist Sitz eines Oberbergamts und — eine 1789 gegründete Bergwerksschule, eine ibliothek, ein Museum für Mineralogie, Zoologie und Ethnographie, ein Modellhaus, ein meteorolog. Observatorium, ein Theater und ein Denkmal Demidows. Die Fabriken von Privaten zur Leder-⸗, Wachs⸗ und Glbereitung, nebst einigen Talgschmelereien, einer Seifensiederei und zwei i der bafserl. ind ohne Bedeutung, wichtig Silbrer der kaiserl. Schmelzhof für die Gold⸗ und Silbererze der Bergwerke von Smjeinogorsk, Krjukow, Sokol, Syrjanow, Semenow und Salairsk, sowie für die Bleierze von Syrjanow und Riddersk. Jeden Winter gehen von hier die großen Gold⸗ und Silbertransvorte nach Petersburg und alljährlich versammelt sich in B. der Bergrat. Die Gebäude der großartigsten Schmelzhütten des ganzen Altai stehen auf einem Damme von 750 m Länge und 68 m Breite. cdehn ehören ein Probierhaus, das Magazin der edeln Metalle, die Regierungsapotheke, ein Hospital und einige Getreidemagazine. Die meisten Einwohner von B. sind bei dem Hüttenbetrieb beschäftigt; efreies Arbeiter gibt es aber nur ungefähr 90. Handwerker sind nicht vorhanden. Der Handel, zumal die Spedition von Moskau und die Messe von Irbit, befriedigt alle Bedürfnisse. Der Kreis Barnaul hat mit dem jetzt davon getrennten m Sren iwa ein Areal von 125541 km, ist reich an Seen (letwa 460), worunter viele Salzseen (die größten der Kulundinskische und Kutschukskische), und 12¹ 175926 E., von denen 131957 zum Betrieb der Bergwerke und Hütten gehören, darunter nur 1308 Einheimische. Das rechte, sandige Ufer des Ob ist mit großen Kiefernwaldungen bestanden, die unter dem Namen der Susinskischen, Slesjanskischen und Inskischen Wälder bekannt sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 492Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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