Barnave (Antoine Pierre Joseph Marie), Mitglied der franz. Nationalversammlung von 1789, geb. 22. Okt. 1761 zu Grenoble, wurde 1783 Advokat beim dortigen Parlament. Als sich 1789 die Generalstände versammelten, ward er von seiner Provinz, infolge einer Schrift gegen das Feudalwesen, zum Deputierten ernannt und beteiligte sich als glänzender Redner an allen Beschlüssen der Nationalversammlung, welche die alte Gesellschaft und den alten Staat umstürzten. Als man nach der Flucht des Königs Lafayette der Teilnahme an derselben beschuldigte, verteidigte B. den letztern und wurde hierauf nebst Latour-Maubourg und Petion abgeschickt, die Rückkehr des Königs zu sichern. In dieser Zeit ging in B., den die wachsende Entartung der Revolution erschreckte, ein Umschwung vor sich, der ihn zu den Gemäßigten führte. Er trat jetzt für den König ein und half die Aeutonel eines Komitee durchsetzen, welches die konstitutionellen Dekrete im monarchischen Interesse revidieren sollte. Nach der Aufhebung der Nationalversammlung ging er nach Grenoble zurück, wo er sehr eingezogen lebte. Er hatte dem Könige einige ernste Ratschläge gegeben und war mit dem Hofe in Verbindung getreten, ohne dessen Vertrauen zu gewinnen. Nach dem 10. Aug. 1792 wurde er nebst Lameth und dem Exminister Duport-Dutertre wegen einer mit dem Hofe geführten und aufgefundenen Korrespondenz in Anklage versetzt, zuerst zu Grenoble im Gefängnisse gehalten, dann nach Paris vor das Revolutionstribunal geführt, zum Tode verurteilt und 29. Nov. 1793 uillotiniert. B.s Leben ist von Salvandy und Da Janin geschildert worden, von letzterm in orm eines biographischen Romans. Seine gesammelten Werke sind von Berenger de la Drome (4 Bde., Par. 1843) herausgegeben worden.