Barthelemy (Jean Jacques), franz. Altertumsforscher, geb. 20. Jan. 1716 zu Cassis bei Aubagne in der Provence, bereitete sich zu Marseille für den geistlichen Stand vor, gab jedoch bald die Studten Laufbahn auf und widmete sich archäol. tudien. Seit 1744 bei dem königl. Medaillenkabinett in Paris angestellt, wurde er 1747 Mitglied der Akademie der Inschriften und 1753 Direktor jenes Kabinetts. Auf einer Reise nach Italien, die er 1754 mit Unterstützung des Königs antrat, und auf welcher er bis 1757 das ganze Land im Interesse der Altertumswissenschaft durchwanderte, erwarb er sich die Gunst des Grafen Stainville, des nachmaligen Ministers Choiseul, der ihn später durch ein moseßie, und andere Begünstigungen in den Stand setzte, sich ganz seinen gelehrten Arbeiten zu widmen. B. starb 30. April 1795. Unter seinen Werken dachar sich vor allem die Voyage du jeune Anac arsis en Grèce (3 Bde., 1788 u. öfter) aus, die in alle europ. Sprachen übersetzt wurde (deutsch von Biester, 7 Bde., Verl. 1792— 1804). Hat auch die Kritik diesem Werke manche Mängel nachgewiesen, so bleibt B. doch der unbe-Imtersu Ruhm, seine mühsamen und gründlichen ntersuchungen über das gesamte häusliche und öffentliche Leben der alten Griechen in einem ebenso anmutigen wie im ganzen auch treuen Gemälde dem roßen gebildeten Publikum vor Augen geführt zu haben Seine «Oeuvres diverseso (2 Bde., Par. 1798)/ wurden ebenfalls ins Deutsche übertragen (2 Bde., Lpz. 1799). Als Romandichter versuchte er sich in den angeblich aus dem Griechischen überetzten GAmours de Polydores (Par. 1760; 1796). ach B.s Tode gab Serieys dessen Voyage en Italieß (Par. 1801; deutsch, Mainz 1802) heraus. Die erste Gesamtausgabe seiner Werke besorgte Villenave (mit Biographie, 4 Bde., Par. 1821).