Auger (Athanase), franz. Gelehrter, Mitglied der Akademie, geb. zu Paris 12. Dez. 1734, widmete sich dem geistlichen Stande, beschäftigte sich aber besonders mit dem Studium der klassischen Litteratur. Nachdem er 14 Jahre zu Rouen den Bealoihe der Rhetorik innegehabt, wurde er Generalvikar des Bischofs von Lescar, lebte aber meist zu Paris, wo er 7. Febr. 1792 starb. Er lieferte Übersetzungen des Demosthenes und Aschines 6 Bde., 1777—94, und 10 Bde., 1819), Isokrates 3 Bde., 1781), Lysias (1783), Cicero (3 Bde., 1787) und der Homilien des Chrysostomus (4Bde., 1785). Erwähnung verdient auch die Arbeit De la constitution des Romainso, welche in den ersten drei Bänden seiner „Oeuvres posthumes (10 Bde., 1792—95) enthalten ist. A.s sämtliche Schriften erschienen zu Paris in 29 Bänden. von Castiglione, Marschall und Pair von Frankreich, geb. zu Paris 11. Nov. 1757 als Sohn eines franz. Armee, dann, nachdem er aus .20 desertiert, als Soldat in Osterreich, Spanien, Portugal und Neapel, und ließ 1787 in Neapel als Fechtmeister nieder. Als er mit seinen Landsleuten 1792 von hier ausgewiesen ward, trat er als Freiwilliger bei der . 8 Armee in Italien ein und stieg schnel empor. Schon 1794 wurde er bei der Pyrenäenarmee Brigade⸗ und 1796 Divisionsgeneral bei der Armee von Italien unter Bonaparte. Er kämpfte bei Millesimo, bei Ceva, bei Lodi, wo er an der Spitze seiner in den die Brücke erstürmte, bei Castiglione und in den folgenden Schlachten. (S. Arcole.) Von Bonaparte dem Direktorium empfohlen, wurde er 1797 zum Befehlshaber der 17. Militärdivision in aris ernannt, 4½ die Gewaltthat vom 18. Fructidor des J. V (4. Sept. 1797) und ward von dem deimierten Gesetzgebenden Körper als der Retter des aterlandes begrüßt. Im Sept. 1797 erhielt er das Kommando der Rheinarmee, wurde aber bald als Kommandant der 10. Militärdivision nach Per-Date d versetzt. * J. 1799 zum Deputirten im ate der Fünfhundert erwählt, gab er sein Kommando auf. Beim Sturze des Direktoriums am 18. Brumaire stellte er sich, wenn auch widerwillig, ur Verfügung der Armee und erhielt darauf 1800 en Oberbefehl der Armee in Holland. A. führte das franz.⸗batav. Heer nach dem Niederrhein, um Moreaus Operationen in gurt uaß Wur zu unter-Lererte rückte über Frankfurt na urzburg und ieferte mehrere bedeutungslose Gefechte. Im Okt. 1801 durch den General Victor in Holland abgelöst, blieb er ohne Anstellung bis 1803, wo er den Befehl über die gegen Portugal bestimmte Armee erhielt. Da dieser Zug unterblieb, ging er nach Paris, wo ihn der Kaiser 1804 zum Marschall, 1805 zum Großoffizier der huon egion und bald haraur zum Herzog von Castiglione ernannte. Im Kriege von 1805 Flücel b. A. ein Korps, das den äußersten rechten Flügel bildete; er drang in Vorarlberg ein und zwang am 14. Nov. ein +1 Korps zur Kapitulation. Nach dem Frieden blieb er in Deutschland zur Besetzung von Darmstadt, Wetzlar u. s. w., bis der Krieg gegen Preußen und Euln und nahm teil an den Schlachten bei Jena und Eylau. Hier wurde sein Korps fast vernichtet; er selbst, an einem heftigen Fieber erkrankt, lie sich im Sattel festbinden und verließ die Sgieron nicht, obschon er schwer verwundet wurde. Hierauf sendete ihn der Kaiser zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Frankreich. Im J. 1809 focht er CFonversations-Lexikon. 13. Aufl. II. in Catalonien, mußte jedoch später nach Barcelona als Oberbefehlshaber der franz. Truppen glücklich donald abgelöst. Der Kaiser schätzte ihn zwar wegen einer Ehrlichkeit und der strengen Ordnung und annszucht, die er unter seinen Truppen hielt, Dernn aber keine hohe 4 von seinem Felderrntalent. Er vertraute ihm daher für den Krieg mit Rußland kein Armeekorps an, sondern ließ ihn mit dem 11. Korps als Gouverneur in Berlin, wo er blieb, bis die Kosaken 20. Febr. 1813 einen Handstreich auf die Stadt antuurt a. dann wurde er als Gouverneur nach Frankfurt a. M. geschickt, um hier ein Reservekorps zu sammeln, mit welchem er an der Schlacht von Leipzig teilnahm. 4½½von 1814 war ihm die Organisation der Verteidicuo von Südfrankreich übertragen; er mußte aber hon räumen und sich nach Valence zurückziehen. Ludwig XVIII., dem er nach Napoleons Abdankun sich unterwarf, ernannte ihn zum Pair von Frankreich und übertrug ihm ein Kommando in der Normandie. Hier erklärte er sich 1815 bei Napoleons Rückkehr zwar in einer Proklamation wieder für ihn, wurde aber weder vom Kaiser noch später von önig Ludwig XVIII. wieder angestellt; nur der Sitz in der Pairskammer blieb ihm. Als Mitglied des Kriegsgerichts über Marschall Ney erklärte er sich für inkompetent und zog sich bald nachher auf sein Landgut La Houssaie bei Melun zurück, wo er 11. Juni 1816 starb.