Barthelemy Saint-Hilaire (Jules), namhafter franz. Gelehrter und Staatsmann, geb. 19. Aug. 1805 zu Paris, wurde nach vollendeten Studien Beamter im Jourualitlr und widmete sich aber aleichutia der Journalistik und arbeitete 1827 30 am Elobev. Nach der Julirevolution begründete er mit Rodde und Cauchois-Lemaire den Bon Senso und schrieb für den Nationalo, den Constitutionnel) und andere oppositionelle Blätter. Gegen Schluß des V 1833 entsagte er jedoch der Publizistik und wandte sich ausschließlich wissenschaftlichen Arbeiten zu. Seine Ubersetzung des Aristoteles, von welcher seit 1832 die Politik, die Logik, die Pfychologie, die Ethik, die Poetik und die Metaphysik erschienen, verschaffte ihm die Professur der griech. und röm. Philosophie am College de France, die er nach Niederlegung seines Amts im Finanzministerium im Jan. 1838 antrat. Im März 1839 ward er zum Mitgliede der Akademie der Wissenschaften erwählt. Nach der Februarrevolution 1848 im Depart. Seine-Oise in die Konstituante und Legislative gewählt, hielt er sich zu den Gemäßigten. Bei dem Staatsstreiche von 1851 ward er auf einige Zeit nach Mazas abgeführt; 1852 verweierte er Napoleon III. den Eid und legte seine Proie Ausführung des Suezkanals. Seit 1867 war er Konservator der von Cousin der Sorbonne vermachten Bibliothek. Im J. 1871 in die Nationalversammlung zu Bordeaux gewählt, wirkte er dort für die Ernennung Thiers zum Chef der Exekutivewalt, dem er bis zu seinem Sturz als Generalsekretär und treuer Freund zur Seite stand. Im J. 1876 wurde er zum Senator auf Lebenszeit gewählt und gehörte, wie vorher in der Nationalversammlung, zum linken Centrum. In dem Ferryschen Kabinett vom 23. Sept. 1880 übernahm er das Ministerium des Auswärtigen und war in dieser Stellung bemüht, in den orient. Fragen im Einklang mit der Bismarckschen Politik zu bleiben, der er in einem Briefe vom 12. Mai volle Anerkennung zollte, was von der Revanchepartei nicht günstig aufgenommen wurde. Als im Nov. 1881 das Ministerium Ferry zurücktrat, nahm auch B. seine Entlassung. (S. Feenr Außer der erwähnten lbersetzung des Aristoteles, seinem Hauptwerke, und verschiedenen Beiträgen 3* Geschichte der griech. Philosophie veröffentlichte die Ergebnisse seiner Forschungen über die Philosophie und die Religionen des Orients in mehrern Abhandlungen, die in den «Mémoires „ der Akademie, meist aber im Journal des savantsv enthalten, zum Teil auch als besondere Bücher erschienen sind. Dahin gehören: »Sur les Védaso (Par. 1854), (Le Bouddhisme (Par. 1855), Lettres sur l'Egypten (1856), „Bouddha et sa religiono (Par. 1859), La vie de Mahometo (Par. 1863), Mahomet et le Corano (1865) und Philosophie des deux Ampères (1866).