Baur (Gust. Adolf Ludw.), namhafter Theolo und Kanzelredner, geb. 14. Juni 1816 zu Hammelbach im denwalde, besuchte das Gymnasium zu Darmstadt und studierte Theologie zu Gießen. Nachdem er hierauf 1838 —39 das Predigerseminar zu Friedberg besucht, kehrte er nach Gießen zurück, habilitierte sich daselbst 1841 und erhielt 1847 eine außerordentliche, 1849 eine ord. Professur. Im J. 1861 folgte er einem Rufe als Hauptpastor an die Jakobigemeinde zu Hamburg, wurde 1870 als ord. Deriffen der Theologie an die Universität Leipzig berufen und 1871 zum Konsistorialrat ernannt. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind hervorzuheben: «K Die Erklärung des Propheten Amos„ (Gieß. 1847), «Tabellen über die Geschichte des israel. Volkso (Gieß. 1848) und «Geschichte der alttestamentlichen Weissagung⸗ (Bd. 1, Gieß. 1861), sein Hauptwerk; serner Grundzüge der Erziehungslehrer (3. Aufl., Gieß. 1876), 4Grundzüge der Homiletik (Gieß. 18⁴48⁸), „Boetius und Dante» (Lpz. 1874), A. Kempffers Selbstbiographie, herausgegeben, eingeleitet und erläutert⸗ Hien 1880). Sammlungen seiner Predigten erschienen unter den Titeln: «Predigtenv (Gieß. 1858), K«Predigten über die epistolischen en rikopen» (2 Bde., Hamb. 1862), (Die Thatsachen des Heilsy (Hamb. 1864), Durch Kampf zum Frieden» (Lpz. 1872) etc. In Bezug auf seine theol. Anschauung schließt sich B. im wesentlichen an S ½½½ an. aur (Wilh.), Bruder des vorigen, namhafter Theolog und Schriftsteller, geb. 16. März 1826 zu Lindenfels im Odenwald, besuchte das Gymnasium zu Darmstadt, 1844—47 die Universität Gießen, dann ein Jahr das Predigerseminar zu Friedberg, war 1848—52 Hauslehrer, ward 1852 Pfarrvikar zu Arheiligen bei Darmstadt, 1853 in Bischofsheim, 1855 ourg in Ettingshausen bei Lich, 1862 in Rup ertsburg bei Laubach, 1865 Pastor an der St. Anscharkapelle zu Hamburg und Direktor der dortigen Stadtmission, 1872 Hof⸗ und Domprediger zu Berlin, 1879 Oberkonsistorialrat, 1881 Ee des Stifts zum Heiligen Grabe in Berlin. einer Richtung nach gehört B. der Gruppe der ositiven Union an und ——⁵ sich unter ihren Rsren durch persönliche Milde der Gesinnung aus. ein Wirken ist gerichtet auf die Pflege des deutschen Volkstums und des evang. Christentums in ihrer Zusammengehörigkeit. Daher richtet er als Geistlicher sein Augenmerk auf eine volkstümliche Predigt, auf Belebung des geistl. Volkslieds und der christl. Volksfeste; von senen Schriften gehören dahin außer zahlreichen Predigtsammlungen das (Beicht⸗ und Kommunionbucho (3. ufl., Jena 1882) und (Lazarus von Bethanien und seine Schwester“ (2. Aufl., Gieß. 1869). Für die Innere Mission arbeitete B. bereits in Hamburg als Mitglied des Kuratoriums der Bruderschaft des Rauhen Hauses, in Berlin ist er 7 des Centralausschusses für Innere Mission. peziell wirkte er für strengere Beobachtung des Sonntags, für Bewahrung und Rettung der weiblichen Jugend und für bs mehrers der Prostitution und hat in 2⁷ Sinne mehrere Broschuren veröffentlicht. Der eubelebung christl.⸗ atriotischer 1 vor allem die Geschichts und Lebensbilder aus der Erneuerung des religiösen Lebens in den deutschen Befreiungskriegeno (3. Aufl., Hamb. 1872) und «Das deutsche evang. Pfarrhauso (2. Aufl., Brem. 1878); ferner die Lebensbeschreibungen des Freiherrn vom Stein 4. Aufl., Barm. 1880), Friedrich Perthes' (2. Aufl., arm. 1879) und Arndts (3. Aufl., Hamb. 1870).