Bauwissenschaft ist der Inbegriff aller Erfahrungen und Regeln, Konstruktionen und Berechnungen, welche die Darstellung, Gestaltung und Ausführung von Bauwerken betreffen. Die B. umfaßt teils theoretische, teils praktische Kenntnisse und greift usfensch rer Winie Mart in die verschiedensten Wissenschaften, wie Mathematik, Mechanik, Geognosie, Whvsit und Chemie, Asthetik, Technologie, Geschichte u. w. ein. Man bezeichnet sie auch mit dem Namen Baukunde, und unterscheidet sie, je nach ihrer Anwendung, in Privat⸗ und öffentliche Baukunde oder, je Baß ihrem Zwecke, in Hoch⸗ oder Landbaukunde, in Wasser⸗, Straßen⸗ und Eisenbahnbaukunde, in Berg⸗, Schiffs⸗ und Maschinenbaukunde. der V. faßt man gewöhnlich alle übrigen Zweige der B., außer dem Hoch⸗, Wasser⸗ und Straßendau. unter dem Namen Ingenieurwesen zusammen. Das Hochbauwesen läßt sich einteilen in bürgerliches, gewerbliches und landwirtschaftliches Bauwesen, in Festungs⸗, Pracht⸗ oder Schönbaukunde u. s. w. Die bürgerliche oder Civilbauwissenschaft, die hier besonders in Betracht kommt, kann wieder allgemein oder speziell sein. Die allgemeine B. beschäftigt 2 zunächst mit der Baumaterialienlehre, welche dir Gewinnung Bearbeitung die physische und chem. Beschaffenheit und die Verwendung der Baustoffe bespricht. Hierauf folgt die spezielle Betrachtung der einzelnen Bauteile, welche am geeignetsten in ihrer baulichen Geua undW. zur Besprechung kommen, wie: der Grund und Boden, die Gründungen, das Mauerwerk im allgemeinen, Steinverbände; die Mauern insbesondere, als: Grund⸗ und Obermauern, Umfassungen, Scheidungen, Futter⸗ und Wassermauern; die Durchbrechungen der Mauern, als: Thüren, Fenster, Thore, nebst Konstruktion der Mauerbögen; die Balkenlagen, die Fußböden und Decken, die Gewölbe, Treppen, ächer u. s. w. Ferner stellt sie die Regeln auf über Lage, Anordnung und Einteilung der Gebäude in Bezug auf ihre verschiedenen Zwecke und über die Verbindung, Beleuchtung, Heizung und Luftung Ventilationz der einzelnen Räume u. s. w. Bei weiterer Ausführung gliedert sich die B. in die spezielle Mauer⸗ und Zimmerkunde, welche die dad einschlagenden Konstruktionen ausführlich betrachtet; in die Lehre vom Steinschnitt, die Eisenkoner Gebäude. Sie führt auch in die Geschichte der Baukunst ein und handelt von der Entstehung, dem Charakter und den Monumenten der verschiedenen Bauweisen und Stilepochen. Einen wichtigen Bestandteil der B. bildet die zum wecke genauer Ausführung nötige Darstellung der ebäude welc die drchoe oder das Bauzeichnen, für welche die orthogonale oder Parallelprojektion (teils in verlngtem Maßstabe, teils in natürlicher Größe) die einzig zweckmäßige Darstellungsweise ist, indem sie über Gestalt, Größe und Zusammensetzung des Ganzen den besten Aufschluß ibt. Außer dieser Projektion kommt noch die perpektivische oder Centralprojektion zur Anwendung, die es nur mit der Gestalt allein oder mit der malerischen Darstellung zu thun hat jedoch nur dem Zwecke der Vorstellung, nicht der Tans den dient. Ein vollständiger Bauplan besteht aus den Grundrissen (Horizontaldurchschnitten) der verschiedenen Stockwerke, aus den (Vertikal⸗) Durchschnitten oder Profilen und aus den Ansichten oder Facaden. Der Bearbeitung des eigentlichen Bauplans geht in der Regel eine Skizze voraus, d. h. eine flüchtige oder allgemeine Darstellung des Gebäudes in kleinem Maßstabe. Zur Erlangung der in den meisten Fällen erforderlichen baupolizeilichen Genehmigung dient der in doppelten Exemplaren anzufertigende sog. Polizeiriß. Zur wirklichen Ausführung aber sind genau und vollständig bearbeitete Bau⸗ oder Arbeitsrisse nötig, sowie e Tname einzelner Bauteile, wie Gesimse, Profile, Ornamente u. s. w. in natürlicher Größe (Detailzeichnungen). Für die allgemeine Anlage des Gebäudes in Bezug auf seine Umgebung wird ein Situationsplan ausgearbeitet. Bisweilen fügt man dem Bauplane eine Gebaudes vische Zeichnung des vollendet gedachten Gebäudes mit seiner Umgebung bei. In besondern Fällen machen sich Modelle zur Versinnlichung oder Prüfung schwieriger Konstruktionen nötig. Auf Grund des vollständig ausgearbeiteten Bauplans erfolgt die Anfertigung eines Kostenanschlags, d. h. die Berechnung und Zusammenstellung aller zur Ausführung des Baues nötigen Materialien, Arbeiten und 4.— derselben. S. Bauanschlag.) anx (Les), Städtchen von 500 E. im Arrondisiement Arles des franz. Depart. Rhönemündungen in der Provence, in reizender Lage am uße eines 311m hohen Alpinengipfels, 18km nordö tlich von Arles gelegen. A. war einst eine blühende Stadt von 4000 E. und 0 ein großes prächtiges Schloß aus dem 10. Jahrh., das zu den schönsten Schlössern Ainchestammn gehörte, jetzt aber in Ruinen liegt. Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrh. Von einem der Stadt nahe uber die Mpne genießt man eine herrliche Aussicht über die Alpinen, die Crau, die Camargue und das Meer. Die ehemaligen Seigneurs de Baux sind die Stammväter der umd Nasau Fürstenlinie von Oranien (Holland