Archäologie, Alterthumskunde, f., die Wissenschaft, welche das geistige Leben der alten Völker aus den von ihnen hinterlassenen Denkmäler in den Gebieten der Literatur, Kunst und Technik erkennt. Der Theil der A. also, der uns hier angeht, ist die Kunstarchäologie und die Archäologie der Bautechnik. Diese beiden vereint man unter dem Namen Archäographie. Diese Wissenschaft selbstzu betreiben, ist dem Architekten bei seinen vielseitigen Fachstudien gewöhnlich kaum möglich, ihre Resultate zu kennen aber unumgänglich nöthig; doch muß er dabei wenigstens so weit in die Wissenschaft selbst eindringen, daß er im Stande ist, zu beurtheilen, inwiefern die von den Archäologen aufgestellten Resultate Wahrscheinlichkeit für sich haben od. nicht, denn sehr oft lassen sich Männer der Wissenschaft infolge ihres Mangels technischer Kenntnisse durch den gegenwärtigen Zustand alter, durch Zeit und Umstände vielfach veränderter Denkmäler verleiten, irgend eine an diesen Denkmälern wahrgenommene Erscheinung, die vielleicht blos durch Zufall, Laune od. Ungeschick hervorgerufen ist, für die Folge einer feststehenden Regel zu halten, u. umgekehrt; befolgt dann der Architekt, ohne selbst zu forschen, die auf diese Weise erzeugten Regeln eines Stils, so wird er sehr oft auf Abwege gerathen.