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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Bayonne, wohlgebaute, reiche Hafen⸗ und Handelsstadt und Festung ersten Ranges im ranz. Dert. Niederpyrenäen, am Zusammenflusse der ive und des Adour, 5 Em von der Bai von Bisaya, durch die Südbahn mit Bordeaux, Toulouse, Biarritz und über Irun mit dem span. Eisenbahnnetz verbunden, hat (1876) 22307(Gemeinde 27 4¹6) E. Durch Nive und Adour wird die Stadt in drei Teile geteilt: die große Stadt mit dem alten ut dem am linken Ufer der Nive, die kleine Stadt mit neuen Schloß zwischen Nive und Adour, und die t 1851 durch eine schöne Steinbrücke von sieben ogen mit letzterer verbundene .½%% St.⸗Esit, am rechten Ufer des Adour, welche meist von pan. und port. * bewohnt wird und 1857 mit der Gemeinde B. vereinigt wurde. Eine Citadelle mit vier Bastionen, von Vauban 1674—79 erbaut und ber 1814 noch mehr 4 baat, auf einer Anhöhe in der Vorstadt, bestreicht den dur zwei nge Mauern vor lüberschwemmung gesicherten dcht unte und die Stadt. Der e von B. eht unter dem Erzbischof von Auch und übt die geistliche Gerichtsbarkeit über das Depart. Niederrenäen. Die Hauptkirche ist ein altertümlichones Gebäude aus dem 13. Jahrh. B. treibt ur welchen Handel mit Spanien und Portugal mit welchen Ländern es in undin Sie mehrere Konsulate. Die Schiffahrt ist hauptsächlich auf Stockfisch⸗ und Walfischfang gerichtet. Mastbäume und anderes Schiffbauholz von den Pyrenäen werden nach Brest und mehrern Häfen Frankreichs ausgeführt, vortreffliche Weine und gerühmte Chokolade ins westl. Europa. Berühmt sind die bayonner Schinken. Außerdem betreibt die Bevölkerung bedeutende Branntwein⸗ Weinstein⸗, , Leinwand⸗ und andere Fabrikation und unterhält Zuckerraffinerien, Glas ütten, Ankerschmieden und Schiffbau. B. ist der Sitz eines ndelsgerichts und einer Handelskammer. Die tadt hat eins der schönsten Arsenale Frankreichs, das 50000 Gewehre und 20000 Säbel aufnehmen kann, ein 9n 10000 Wamt mit 800 Betten, eine Bibliothek von 10000 Bänden, ein theol. Seminar, ein Theater, prachtvolle Quais und schöne Promenaden. Der Hafen hat wegen der Barre des Adour einen äußerst schwierigen Zugan „an dessen aat. Dies man lange Zeit vergebli gearbeitet machen die Einfahrt gefährlich. Statt der alten, vom Meere überall 8 gegossenen Steinmolen — man jetzt Molen aus gegossenen Eisenröhren, die mit Mörtel gefüllt sind und deren Zwischenräume tmit beliebig fortzunehmenden Schützen geschlossen tsind. Der Hafen kann Schiffe von 4—5 m Hef. der Bevoerund In der Tracht und den Sitten er Bevölkerung erinnert vieles an das benachbarte Spanien, namentlich ist in der niedern Volksklasse das bask. Gepräge wie die bask. Sprache vorherrö uwal Mädchen und Frauen, die Bayonnaises owol wie die Basquaises, werden wegen ihrer 8 „ 0 Grazie und Liebenswürdigkeit gerühmt. belli und war *5 im 3. Jahrh. —½ und Hanabwechsel * em 4. Jahrh. Bischofssitz und stand abwechselnd unter den Römern, oten, Basken, Franken und Normannen. Die erzöge von Gascogne, von welchen gegen Ende des 10. ahrh. die Normannen vertrieben worden, begünstigten den Ort durch durch Alio Nach der vorübergehenden Eroberung durch Alfons I. von Aragonien (1131) gab Herzog Wilhelm von Guyenne dem Orte eine neue Umfassung auf beiden Ufern der Nive. B. fiel 1153 nebst Guyenne an England, unter dessen Herrschaft sich seine Freiheiten und sein Wohlstand außerordentlich mehrten. Ein Matrosenstreit ju B. veranlaßte 1292 den engl.⸗franz. Krieg. Seit der Croberung durch Dunois 21. Aug. 1451 blieb die Stadt bei Frankreich. Danach wurde sie 1I4mal agert, aber nie genommen. Sie erhielt 1462 von bre Runf zwei Messen, verlor aber nach und nach ihre Municipalrechte. Seit 1674 wurde die Stadt, als Schluüssel zu den Pässen der Westpyrenäen, nach Vaubans * neu und sehr stark befestigt und völlig dem Militärgouvernement unterworfen. Wie schon am Ende des 15. Jahrh., so trat auch 1684 eine Versandung der Adourmün ung ein, die über 40 Jahre lang den Seeverkehr störte. Er15 fand die überaus wohlhabende Stadt durch den ufenthalt der Witwe Karls II. von Spanien, die 1706—38 hier ihre Pension von 40000 Dukaten verzehrte, auch in der Nähe das durch Napoleons Nufenthalt 1808 berühmt gewordene Schloß Marrac erbaute. Die Mißverwaltung, das Merkantils stem und der Steuerdruck untergruben indes Handel und Industrie immer mehr und die Bevölkerung wanderte teilweise aus. Erst als 1784 B. zum Freihafen erklärt und zum Handel nach Amerika autorisiert worden, blühte es rasch wieder auf. Im April und Mai 1808 fanden im S losse Marrae zwischen Napoleon und der span. önigsfamilie ene auehtung auf d statt, in welchen letztere zur erzichtleistung auf die span. Krone überredet und gezwungen wurde. Gleichzeitig ward hier 10. Mai 1808 die Bayonner Konvention * en dem zechnet. Am Warschau und Frankreich unterzeichnet. Am 6. Juni wurde darauf zu B. des Kaisers Bruder Joseph als König von Spanien roklamiert und 15. Juni die span. Generaljunta i er zur Abfassung einer Konstitution berufen. uch erließ Napoleon zu B. das konstitutionelle Statut, wodurch Joachim Murat zum König beider Sicilien wurde. Am 3. Nov. 1808 traf Napoleon abermals in Marrac ein und uberschritt von sche aus 4. Nov. die be 6 Grenze. er Kaiser chenkte der Stadt große Strecken zur Anlegung neuer Bauten und Anstalten, die aber meist erst in neuerer 9 d vorgenommen wurden. B. wurde 1814, nach dem Ruckzuge Soults, von den Engländern seit 27. Febr. eingeschlossen. Die n Auspal unter Thouvenot machten einen 7½½7 Ausfall und nahmen dabei den General Hope gefangen. Während der — Burgerkriege war B. seit 1833 der stete Zufluchtsort span. Emigranten. Zu B. soll 1640 das nach der Stadt benannte Bajonett (. d.) erfunden worden sein. Vgl. Morel, B. vues historiques et descriptions (1836); Balasque und Dulaurens, Etudes historiques sur la ville de B. (3 Bde., Bayonne 1862—75).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 642Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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