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ErdkundeBrockhaus 1882

Bayenx, Hauptstadt eines Arrondissements des ucht Depart. Calvados in der Normandie, im ruchtbaren Thale der Aure, 12 Em vom Meere, an er Linie Paris-Cherbourg der aneichten ist altertümlich und, ½ der er Ort. sch echt ebaut, aber ein wohlhabender ie Kathedrale, welche 1105 angefangen und 1497 vollendet, 1676 durch Blitzschlag ausgebrannt, aber bis 1715 wieder ausgebaut wurde, zeichnet sich durch ihre herrlichen Portale und ihre drei Glockentürme von überraschender Kühnheit aus. B. ist der Sitz eines Bischofs, eines Civil⸗ und Handelsgerichts, einer Handelskammer, hat ein großes und ein kleines Seminar, ein Kommunal-College, ein Museum, eine öffentliche Biblio⸗ + von 15600 Bänden, Gesellschaften für Kunst, issenschaft, Litteratur und Ackerbau und ein Theater, ein Mönchs⸗ und sechs Nonnenklöster. Die Stadt zählt mit ihren vier Vorstädten (1876) 8315 (Gemeinde 8614) C., welche ansehnliche Porzellan- und Spitzen⸗, Blonden⸗, Percals⸗, Kalikofabriken, Baumwollspinnereien Auduebzaßt Quincaillerien und Leder verfertigen und lebhaften Handel mit Schlachtvieh, Pferden und Butter sowie mit Getreide, Geflügel, Fischen, Apfeln, Cider und Wein treiben. der tadthause wird die berühmte Tapifserie de Bayeux aufbewahrt, eine ausgezeichnete, 50 em in der Höhe, 70,3 m in der Länge mesferh. Stickerei auf feiner Leinwand, welche in meiterhafter Anordnung in 55 oder 58 Gruppen die heim den Erob. der Eroberung Englands durch Wilelm den Eroberer darstellt. Die Arbeit soll von der Hand der Königin Mathilde, der Gemahlin Wilhelms, gefertigt sein; gewiß ist nur, daß sie dem 11. Jahrh. angehört. Das +8 nur in künstlerischer, Werrw auch geschichtlicher Be Paklt bedeutende erk wurde von Thierry in dessen Histoire de la conquète de PAngleterre par les Normandso (Bd. 1) beschrieben, erschien graviert in den Monuments de la monarchie frangaise o und ward auch als Lithographie in den Antiquités anglo-normandeso von Ducarel veröffentlicht. B. war die alte Hauptstadt der gallischen Baiocasses und 1 Müineln den Römern 3 und Baigen im frühern Mittelalter Baiocassis und Baioca (Baiocum). Wie die lberreste einer Wasserleitung, eines Gymnasiums und anderer Altertümer zeigen, war es zur Römerzeit eine bedeutende Stadt. Seit dem 4. Jahrh. Bischofssit (Baioca), wurde es später der Hauptort einer fränk. Gaugrafschaft Baiocassinus, der spätern Jahrh. Bessin. Dieselbe geörte schon im 3. Jahrh. zum Litus Saxonicum, wäter u Otlingua Saxonia oder Kleinsachsen, wohin Karl d. Gr. überwundene Sachsen (noch später Saisnes du Bessin genannt) übergesiedelt ham Zu Jahch. sächs. Element der Bevölkerung am im 9. Jahrh. noch ein zweites germanisches Der Normanne Rollo 9 6 912 christl. Herzog von Normandie) erstürmte B. gegen den Grafen Berenar, welcher fiel, und dessen schöne Tochter Popa bes Siegers Gemahlin ward. B. wurde hiermit der ½ Mittelpunkt der normann. Herrschaft und Sprache und hielt sich am längsten frei von franz. Art und Sitte. II engl. Kriege wurde die Stadt 1346 von Eduard III., 1417 von Heinrich V., 1450 von Dunois erobert. Im 16. Jahrh. litt sie viel durch die Hugenottenkriege, erlebte unter Ludwig XIII. die blutige Bestrafung der Lrausame Va.-nu-piedso, unter Ludwig die grausame Verfolgung der Protestanten. en der Revolutionszeit hielt sie mit ihrer 2 4 en Geistlichkeit treu zu den Bourbonen. Vgl. Delauney, „B. et ses environso (1804); F. Pluquet, «Essai historique sur B.v (1830).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 639Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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