FeedAutun (das alte Augustodünum)
ErdkundeBrockhaus 1882

Autun (das alte Augustodünum), Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Saöne und Loire, in der burgund. Landschaft Autunois, am Einflusse des Ternin in den Arroux am linken Ufer des bhange an der Paris-Lyoner Eisenbahn und am Abhange des 600 m hohen Mont-Jeu, mit (1876) 11358 (Gemeinde 12889) E. Die Stadt ist seit dem 4. Jahrh. Sitz eines dem Erzbischof von Lyon unterstehenden Bischofs und hat eine 4 Kathedrale aus dem 11. und 12. Jahrh., ein Handelsgericht, ein K ommunal-College, zwei theol. Seminare (das eine mit Sammlung von Manuskripten vom 8. bis 18. Jahrh. und wertvollen Inkunabeln), ein physikalisches, ein Naturalien⸗ und Antiquitätenkabinett, ein Museum für röm., gallo-röm. und mittelalterliche Bildhauerwerke, eine Bibliothek und die berühmte Société Eduenne. Überhaupt herrscht hier viel wissenschaftliches Leben. Der Ort unterhält Sattlerwaren⸗ und Holzschuhfabrikation, Gerberei, Gießerei, Töpferei, Hütten für bituminösen Brandschiefer, Steinbrüche, und treibt Handel mit Getreide, Hanf, Holz, Pferden und Rindvieh. A. galt längere Zeit irrtümli für das alte Bibracte 0 d.), 0 . das zur Römerzeit durch seine Rhetorenschule berühmte Augustounum. Dieses wurde 270 nach siebenmonatlicher Belagerung von Tetricus, dem Usurpator des kaiserl. Titels für Gollien und Britannien unter Kaiser Gallienus, völlig zerstört, im 4. 0 von Konstantin d. Gr. wieder erbaut, 356 von Julianus gegen die Alemannen entsetzt, 725 von den Arabern Roch unde und 888 von den Normannen verwüstet. och finden sich zu A. mancherlei Ruinen von röm. Tempeln, Thoren (namentlich die mit vier Durchgängen versehene, 19 mbreite und 17 m hohe Porte dArroux, und die mit einem noch erhaltenen Seitenturme gezierte Porte St.⸗Andre) und andere Altertümer, wie Ruinen eines Theaters R caves Juliot), ein großer viereckiger Turm, ein auerstück vom Apolloturm, Reste von 11 röm. Heerstraßen und von noch gut erhaltenen röm. Stadtmauern. Zu A. wurden 670, 1055, 1077 und 1094 Konzile abgehalten, durch das letzte wurde der franz. König Philipp I. Bertha. Nuch wegen Verstoßung seiner Gemahlin Bertha. Auch war A. der Bischofssitz Talleyrands. Ungefähr 1 km entfernt, im Dorfe Couhard, an dem einen Ende des Urnen eldes, liegt der Couhardstein, eine 24 m hohe, an der Basis 20 und 18 mmessende Steinpyramide galloroman. Ursprungs, das einzige noch erhaltene Grabdenkmal dieser Art in Frankreich. Vgl. Thomas, Iistoire de Panciennè cité d-A.v (1846).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 281Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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