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GeschichteBrockhaus 1882

Beauharnais, altes franz. Adels eschlecht, dessen ältester Ahnherr Guillaume B., Seigneur de Miramion und de la Chaussee, sich 20. Jan. 1390 mit Marguerite de Bourges verheiratete. — Frangois (geb. 1714) wurde 2. Juni 1750 Graf und 1756 Marquis de la Ferté-B. — Sein Sohn Alexandre, Vicomte de B., geb. 28. Mai 1760 auf der Insel Martinique, diente in einem dortigen Infanterieregiment und war Major, als er daselbst seine reiche Landsmännin, osephine (,. d.) Tascher de la Pagerie, spätere Gemahlin Napoleons, heiratete. In dem amerik. Freiheitskriege kämpfte er unter General Rochambeau mit Auszeichnung und wurde deshalb bei seiner Ruckkehr nach Frankreich vom Hofe sehr gut empfangen. Beim 6⁵⁶ Beauharnais (Frangois, Marqr Ausbruch der Revolution wurde er von dem Adel zu Blois zu den Generalstaaten abgeordnet und war einer der ersten, die mit dem dritten Stande stimmten. 90 der Nacht vom 4. Aug. erklärte er sich für die Abschaffung der Privilegien, für die Zulassung aller Bürger zu den Staatsämtern und für die Gleichheit vor Gericht. Als Sekretär der Nationalversammlung wirkte er in gleicher Richtung. Nach dem blutig unterdrückten Aufstande zu Nancy verteidigte er den General Bouillé, wodurch er sich die Volksgunst verscherzte. Als 21. Juni 1791 die Nationalversammlung die Flucht des Königs erfuhr, hielt er durch seine Besonnenheit die Ver ammlung von übereilten Maßregeln zurück. Zu Anfang des August trat er aus der tationalversammlung, deren Präsident er zweimal gewesen war ing als Generaladjutant zur Nordarmee, schlug 115 unter General Custine bei Soissons, weigerte sich jedoch 1793, das Kriegsministerium zu übernehmen, und reichte sooben worden, seine Abdankung ein, weil man den [Idel aus der Armee stieß. Unter der Schreckens-Faulrei wurde er von der Grenze in das Innere rrankreichs verwiesen und begab sich auf sein Landgut zu Ferté-Imbault. Seine Feinde verbreiteten das Gerucht, daß er zur Ubergabe von Mainz beigetragen, und diese Denunziation hatte zur Nush daß er nach Paris gebracht und von dem Revolutionstribunal zum Tode verurteilt wurde. Er bestieg 23. Juli 1794 mit großer Fassung das S afott. Sein Sohn Eugen, zur Zeit des i5nter iserreichs Vizekönig von Italien, ward päter Herzog von Leuchtenberg (s. d.); seine Tochter Ho rtenf ia vermählte 10 mit Ludwig Bonaparte (s. d.), dem Könige von Holland.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 655Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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