FeedBombayhauf
GeschichteBrockhaus 1882

Bombayhauf (frz. chanyre de Bombay, . Bombay hemp), die sche in O. Bastfaser von Hibiscus cannabinus, welche in Ostindien zu Tauwerk ombelles, ein ursprünglich portug. Geschlecht, das schon zu den Zeiten der Mrenpöge betoumt war, sich später nach Frankreich verzweigte und von da nach OÖsterreich u ½ ist. — Henri Frangois, Graf von B., franz. Generallieutenant und Kommandant in der Grafschaft Bitsch, geb. 29. Febr. 1680, gest. 29. Juli 1766. — Mare Marie, Marquis de B., ein Sohn des vorigen, geb. 8. Ott. 1744 zu Bitsch, trat in die Armee und ward Marechal-de-Camp. Später + er die diplomatische Laufbahn ein, ging als franz. Gesandter auf den Reichstag nach? egensburg, sodann in 9 Au Eigenschaft nach Lissabon und Venedig. Nach Ausbruch der Revolution ubertrug ihm Ludwig XṼI. verschiedene geheime Sendungen an die europ. Höfe, namentlich auch 1792 nach Berlin. Da er der Rationalversammlung den Eid verweigerte, setzte man ihn auf die Emigrantenliste. Er diente Iöarnat im Korps Condes, wählte nach dessen — ösung den geitlichen Stand und lebte als Domherr zu Breslau. Nach der Rückkehr der Bourbons ward er Almosenier der Herzogin von Berri, 1819 Bischof von Amiens. Er starb 5. März 1822 zu Paris. — mul.Aal Philipp, Graf von B., österr. Diplomat, ältester Sohn des vorigen geb. 1. Juli 1780 zu Regensburg, erhielt eine Anstellung bei der Geheimen Staatssandtschaft in Berlin beigegeben. Später war er Gesandtschaftsrat und Ges äftsträger am Hofe zu Berlin, seit 1815 österr. Gesandter in Kopenhagen, vermählte sich daselbst 1816 mit Ida Brun, einer Tochter der Schriftstellerin Friederike Brun und ing dann als österr. Gesandter nach Dresden, wo ein Haus unter dem Einflusse seiner Gemahlin sich zu einem Mittelpunkte der musikalischen und litterarischen Kreise gestaltete. Im J. 1819 begleitete er den Kaiser von Esterreich nach Siebenbürgen und Galizien und hatte während dieser Reise statt des Staatskanzlers das Portefeuille zu führen. Auf dem Kongreß zu Karlsbad vertrat er Ssterreich und machte sch sehr unpopulär, indem er streng die Instruktionen ausführte, die er zu Wien erhalten hatte. Hierauf wurde er Gesandter an den Höfen zu Florenz, Modena und Lucca, 1829 bei der Königin Donna Maria da Gloria in London 1834 am Hofe zu Turin, 1837 in Bern. Kars Wien 7. Juli 1843. — Sein Bruder, Karl enatus, Graf von B., k. k. österr. Kämmerer, geb. 6. Nov. 1785, war einflußreicher Geheimrat und Oberhofmeister der Herzogin von Parma, der Gemahlin Napoleons I., und starb 30. Mai 1856 als Obersthofmeister des Kaisers Ferdinand. Aus seiner Ehe mit einer Gräfin Cavanac entsprang ein Sohn, Graf Ludwi 8 B., geb. 5. Aug. 1817, der k. k. Kämmerer und Oberstlieutenant und seit 1850 mit Franziska, geborenen Gräfin Hunyady vermählt ist. — Der jüngste Bruder des Grafen Ludwig Philipp, Heinrich Franz, Graf von B., geb. 26. Juli 1789, gest. 31. März 1850, war ebenfalls k. k. Kämmerer und Geheimrat, wohnte dem Kriege von 1813 —15 bei, war später Legationsrat in London und Lissabon, Gesandter in Petersburg und Turin und 1836 —48 als Ajo der Söhne des Erzherzogs . Karl auch Erzieher des Kaisers Fran Josey Derselbe hinterließ wei Söhne, Graf Markus Heinrich Wilhelm +* 15. März 1830, k. k. Kämmerer, und Karl Albert Maria, geb. 17. Aug. 1832, k. k. Kämmerer, Geheimrat, Kontreadmiral und Obersthofmeister des Kronprinzen Rudolf von Osterreich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 298Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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