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ErdkundeBrockhaus 1882

Becken nennt man in der Geographie eine breite Vertiefung der Erdoberfläche, welche sich entweder unter das normale Niveau einsenkt und dann in der Regel als Landsee oder Meeresbecken mit Wasser gefullt ist, oder welche dadurch gebildet wird, daß sie von Gebirgen oder wenigstens Höhenzügen umschlossen ist. Natürlich wüssen die Landbecken stets wenigstens Einen tiefen Einschnitt in ihrem Rande haben, durch welchen das Wasser abfließen kann. Sie sind * immer mit einem Flußlauf verbunden und bilden oft nur große Erweiterungen eines Fluß⸗ oder Stromthals, nach dem man sie dann auch häufig zu benennen pflegt. Aber mehrere dergleichen B. können an demselben Flußlauf hintereinanderliegen; auch kann ein B. zwei oder drei Ausflüsse haben, oder eine sehr breite Offnung nach dem Flachlande oder nach dem Meere, in welchem Falle es dann ei 30 las nur ein halbes B. oder eine Landbucht ist. So lassen sich im Flußgebiet der Donau sechs B. unterscheiden: das zwischen Ens und Grein; das etwas Mabrie von Tuln; weiter unten das Wiener und 9 Rährische B. bis Hainburg; dann das Oberungarische B., welches bei Gran abschließt; das 1 Niederungarische Hauptbecken, welches noch mehr durch die Theiß als durch die Donau charakterisiert wird, und endlich das B. der Walachei, welches gegen das Schwarze Meer geöffnet, aber von demselben durch die 4%* der Dobrudscha abgeschlossen ist. Die obern Donaubecken sind sämtlich durch Thalengen, welche Gebirgsketten quer durchbrechen, voneinander getrennt. Ein h07 abgeschlossenes ist das Böhmische B. Dasselbe umfaßt das Gebiet der Elbe und Eger und ist rings von Höhen umgeben, die bei Tetschen von einer engen Thalspalte durchbrochen sind. Auch der Rhein durchströmt zwei große und sehr deutliche B., von denen das obere größtenteils vom Bodensee ausgefüllt ist, während sich das untere von Basel bis Bingen ausdehnt. Minder charakteristisch und abgeschlossen ist das Thüringer B., welches eigentlich nur eine breite Mulde zwischen dem Thüringerwald und dem Harz darstellt, aus welcher die Gewässer nach zwei Seiten abfließen. Die Lage inmitten solcher B. ist für die Entwickelung großer Städte besonders günstig, so in Deutschland für Pem. und Mainz, in Ssterreich-Ungarn für Wien, Prag, Budapest u. s. w. Die geologischen BeckeKoder Bassins fallen zwar häufig, aber nicht immer mit den geographischen zusammen. Sie bestehen aus schüsselartig ineinandersitzenden Schichten und Schichtenkomplexen, deren Ränder alle 8000 einem gemeinsamen Mittelpunkte zu einschießen, wobei die Neigung der Schichten in der Richtung nach der Mitte zu eine immer geringere wird und zuletzt in horizontale Lage übergeht. Die Ursachen solcher becken⸗ oder bassinförmigen Lagerungsverhältnisse sind sehr verschiedenartig. Bei sehr achen B. ist die mdenn Wor-Lagerungsform die ursprüngliche, mit andern Worten eine bereits durch die beckenförmige Gestaltung des Untergrundes, auf welchem sich das Schichtenmaterial + hat, bedingte, in andern Fällen hor eine lokale Senkung des Untergrundes einer orizontal abgelagerten Schichtenreihe und somit ein Nachsinken und Biegen der Schichten stattgefunden. Auch seitlicher Zusammenschub kann eine

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 668Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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