Ilfeld, Flecken im Kreise Zellerfeld der Landdrostei Hildesheim der preuß. Provinz Hannover, an der Südseite des Harzes, 5 km nördlich von der Station Niedersachswerfen-J. der Linie Soest-Altenbeken-Northeim-Nordhausen der Preußischen Staatsbahnen, am Eingang des Behrethals, mit (1880) 1364 E., ist Sitz eines Amtsgerichts und einer Oberförsterei, und hat ein Pädagogium, Papier⸗ und Parkettfabriken. Der Ort verdankt seine Entstehung dem Grafen Ilger II. zu Hohnstein und seinen Ruf der Klosterschule, welche aus dem vom Grafen Ilger III. 1190 daselbst gestifteten Prämonstratenser-Mönchskloster hervorging. Der letzte Abt Thomas Stange verwandelte 1546 das Kloster in eine evang. Schule und berief 1550 zum Lehrer Michael Neander, damals Konrektor zu Nordhausen, einen Schüler Luthers und Melanchthons, welcher 1559 Stanges Nachfolger, Rektor der Schule und zugleich Stifts-und Klosteradministrator wurde und der Begründer des Ruhms der ilfelder Schule ist. Nachdem 1629—31 unter Nihusius infolge des Restitutionsedikts ein Mönchskloster in J. eingerichtet war, wurde 1634 die Schule wieder ins Leben gerufen und 1867 reorganisiert. F. A. Wolf hat hier 1779—82 gewirkt und seinen Ruf begründet. In den J. 1880 -84 wurde das alte Klostergebäude fast gänzlich niedergerissen und aus den reichen Mitteln des Stifts ein den Bedürfnissen der Neuzeit entsprechender Prachtbau aufgeführt. Etwa 4 km von J. liegt der Hohnstein, die größte Burgruine des Harzes. Vgl. J. G. Leuckfeld, «Antiquitates Ilfeldenseso (Quedlinb. 1709); Havemann, Mitteilungen aus dem Leben Michael Neandersyp (Gött. 1841); Förstemann, Monumenta rerum IIfeldensiumv (Nordh. 1813 u. 1853).