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AllerleiBrockhaus 1882

Bein bezeichnet im allgemeinen jeden Knochen (wie in den Wörtern Gebein, Beinhaus, Elfenbein), insbesondere aber die zum Gehen und Laufen dienenden Gliedmaßen, also bei den Säugetieren alle vier, beim Menschen nur die beiden untern Extremitäten, im Gegensatz zu den obern, den Armen. Das B., welches eine feste und dennoch bewegliche Tragstütze für das Gewicht des Stammes bildet, besteht aus dem Oberschenkel, nochen, d. und Fuß. Ersterer hat einen einzigen Knochen, den längsten und stärksten des ganzen Skeletts, den Oberschenkelknochen (os femoris), welcher ů— seinen kugeligen, überknorten Kopf in dem? fannengelenk des Beckens beuiht ist und an seinem untern Ende durch zwei arke überknorpelte Knorren im Knie mit der Kniecheibe die Verbindung mit dem Unterschenkel im Kniegelenk vermittelt. Der Unterschenkel besteht aus zwei langröhrigen Knochen, dem starken Schienbein (tibia) und dem viel dünnern Wadenbein (übula), von denen jedes nach unten in einen der Knöchel ausläuft, welche 7½ das Gelenk der Fußwurzel eng umfassen. iese, welche den 90 ten Bestandteil, und zwar die ganze hintere alfte des Fußskeletts bildet, besteht aus sieben kuren und dicken Knochen, aus dem mit dem Unterscentel artikulierenden Sprungbein, dem Fersenbein, Kahnbein, den drei Keilbeinen und dem Würelbein, welche in Verbindung mit den fünf Mittelußknochen ein Gewölbe darstellen, auf dessen höchtem Punkte die Last des Körpers ruht und welches ich mit nur drei Punkten auf den Boden stützt. mit dem Höcker des Fersenbeins sowie mit dem Köpfchen des ersten und fünften Mittelfußknochens. Die Wölbung des Fußgelenks, welche für die Clasticität des Ganges von großer Bedeutung ist, wird hauptsächlich + die Spannung eines kräftigen Bandapparats erhalten; nur bei krankhafter sog. Mattdesselben gibt die Wölbung nach (der sog. Plattbie s. d.). An die Mittelfußknochen schließen sich ie einzelnen Zehen an, die nicht zur Unterstützung des Körpers verwandt werden, aber für die Balancierfähigkeit, namentlich beim Gehen, sehr wichtig sind. Entsprechend seiner Bedeutung als Bewicelten Mus besitzt das B. einen mächtig entwickelten Muskelapparat. Vorn am Oberschenkel liegen die starken Strecker des Unterschenkels, welche zu einer gemeinsamen, an der Kniescheibe bHeite ten Strecksehne verschmelzen; an der innern die sog. Zuzieher, welche die beiden B. einander nähern; an der hintern Seite die Beuger des Kniegelenks, nach hinten und außen endlich die Gesäßmuskeln, welche den Oberschenkel teils im Hüftgelenk strecken, teils nach außen rollen. Am Unters enkel springen besonders die kräftigen Wadenmuskeln hervor, welche sich mittels einer gemeinsamen Sehne, der Achillessehne, am Fersenbein befestigen und den Fuß strecken. Die Pulsadern der B. stammen von der großen Schenkelpulsader (arteria femoralis), h unter dem Leistenband an der vordern obern Fläche des Oberschenkels deutlich pulsierend zu fühien ist und sich unterhalb der Kniekehle in die vordere und hintere Schienbeinpulsader teilt, die Nerven hauptsächlich vom großen Hüftnerven nervus ischiadicus), dem breitesten und stärksten Nerven des menschlichen Körpers, welcher durch den großen Hüftbeinausschnitt die lesberlar verläßt, an der Hinterseite des Oberschenkels verläuft und sich gleichfalls in der Kniekehle in seine beiden Endäste teilt, in den Wadenbein⸗ und den Schienbeinnerven. Verletzungen der großen Schenkelpulsader durch S M. Schnitt⸗ oder Schußwunden können in wenigen Minuten durch Verblutung zum Tode führen und erheischen deshalb bis zum Eintreffen ärztlicher Hilfe sofortiges energisches Aufdrücken des Daumens auf die Wunde oder festes Umschnüren des Gliedes vermittelst Tüchern, Binden oder elastischer Gurten oberhalb der verletzten Stelle.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 700Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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