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ErdkundeBrockhaus 1882

Belleville, Hauptstadt der Grafschaft St.⸗Cla ir im Staate Illinois, 22 kKm südöstlich von St.Louis, liegt in einer fruchtbaren Ebene und zählte (1880) 10682 CE. Die St.⸗Louis-Alton⸗ und Terre-Haute-Belleville⸗ und Southern-Illinois-Division⸗) und ich hier. B. ist hauptsächlich durch den Fleiß der eutschen Einwanderer, die seit 1830 sich hier ansiedelten und mit ihren Nachkommen vier Fünftel der Bepölkerung ausmachen, rasch emporgeblüht. Cs enthält drei Eisengießereien und vier Fabri en für nn aften, eine Wollentuch⸗ und Teppichfabrik eine N gelfabrik, verschiedene Destillationen und Mälzereien sowie acht Brauereien. Auch die Bevölkerung der Grafschaft St.⸗Clair ist überwiegend deutsch. Bellevue (frz.), d. i. schöne Hreys m. wie das ital. Belvedere (s. b.), heißen mehrere furstl. Lustörter und Schlösser. — So führt diesen Namen ein —Uk ** turfürstl. Schloß in Kassel mit einem gro rk am Friedrichsthor, das 1811—13 die Residenz des Königs Jeröme war, später von der Kurfürstin Auguste (gest. 1841) bewohnt wurde und eine gute Bildergalerie enthält. — Das königl. Lusischloß B. nebst *• nahe bei Berlin, links an der Spree, an der Nordseite des Tiergartens, erhielt diesen Namen durch den Prinzen August — dinand, der das Grundstück 1785 kaufte und den Palast von zwei Flügeln (1786—90) baute, auch mit großen Kosten den Garten so einrichten ließ, wie er wesentlich noch jetzt besteht. Indessen hatte sich hier auch schon Friedrich d. Gr. ein geschmackvolles Landhaus erbauen lassen das jetzt den sog. Spreeflügel bildet. Nach dem Tode August Ferdinands erbte und bewohnte das Schloß dessen Sohn, Prinz August, mit dessen Ableben es 1843 an Friedrich Wilhelm IV. fiel, der hier eine Bildergalerie neuerer Maler eröffnete, welche zum Teil an die Nationalgalerie abgegeben worden sind. — Am berühmtesten wurde das reizende Lustschloß B., in der uuch von Paris, an der jetzigen Linksufer-Cisenbahn nach Versailles, auf dem Bergrücken, der sich von St.⸗ Cloud nach Meudon zieht. burre von Pompadour ließ es in verhältnismäßig kurzer Zeit (30. Juni 1748 bis 20. Nov. 1750) mit großer Pracht und ungeheuerm Aufwande auffuhren, und Ludwig XV., der es vier Tage nach der Vollendun besuchte, war von der Lage und der ener eg entzückt, daß er es für sich erkaufte, seiner Begünstigten jedoch gestattete, es zu benutzen. Die ersten Künstler jener Zeit trugen zur Verschönerung 4½7 Schlosses bei, und allgemein galt es damals für das reizendste Lustschloß in ganz Europa. Während der Revolution siel das Schloß in die Hände der sog. Bande noire, die es abbrechen ließ, sodaß es eine Ruine ward. Der letzte Rest dieses Palais ist die Villa Brimborion, ein wichtiger strategischer Punkt während der Belagerung von Paris (1870—71). Im J. 1823 kaufte ein Dam Guillaume das Terrain und parzellierte es. Damit entstand eine Anzahl schöner Billen und anderer Häuser, die jetzt das zur Kommune Meudon gehörige Dorf B., eine der anmutigsten Ren. Ded in der nähern Umgebung von Paris, bilden. Rechts vom Bahnhof efindet sich die kleine got. Kapelle Notre-Dame des Flammes, errichtet zum Gedächtnis der 1842 bei einem großen Eisenbahnunglück hier umgekommenen Personen. — B. heißt auch das kleine Landschloß an der Straße von Sedan nach Donchery, woselbst am 2. Sept. 1870 unmittelbar nach Unterzeichnung der Kapitulation von Sedan die Zusammenkunft zwischen König Wilhelm I. und Kaiser Napoleon I I. stattfand.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 742Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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