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ErdkundeBrockhaus 1882

Alpujarras, Las Alpuxarras (arab. Albuscharat), heißen seit der arab. Herrschaft in Spanien die zahlreichen Thäler, welche von den vielrald verzweigten, in mehrern Absätzen steil abfallenden südl. Kalkalpen oder Seitenketten der Sierra Nevada in Oberandalusien oder Granada umschlossen werden. Willkürlich wird dieser Name auf diese Kalkalpen selbst oder zugleich auch auf das südl. Küstengebirge Granadas übertragen. Ein niedriger Gebirgskamm, die Loma de Hator, verbindet die Sierra Nevada mit der zum südl. Randgebirge gehörigen Sierra de Contraviesa und schneidet die östlichen A. von den westlichen oder hohen A. Die Thäler sind im obern Teile am weitesten und werden, je mehr sie sich von der Haupt⸗ oder Schieferkette entfernen und an Tiefe zunehmen, desto enger und unzugänglicher. Oben endigen sie mit teils flachen, teils von steilen Lehnen, bisweilen auch von hohen Felsmauern umgürteten, Aund aaellen Ausweitungen, welche mit kräuter⸗ und quellenreichen Alpentriften erfüllt sind; dasselbe gilt 959 von den Barrancos oder Nebenthälern. Die höhern, zu der Schieferkette der Sierra Nevada emporragenden Regionen dieser Ausweitungen der Hauptthäler r diese auch der Barrancos) enthalten häufig sehr tiefe Lagunen oder kleine Seen mit äußerst klarem Wasser, die meist in der Höhe von ungefähr 3000 m gelegen und, die höchsten Alpenteiche Europas bildend, den größten Teil des Jahres gefroren sind, während die Thäler der südlichern, tiefern Terrasse ein sehr warmes Klima besitzen und überaus fruchtbar sind. So haben die A. in Ain reichen Vegetation die Repräsentanten aller klimatischen Regionen in dichtgedrängter Folge aufzuweisen. Die Bewohner der höchsten Alpujarrasthäler sind unzweifelhaft Abkömmlinge der Mauren von Granada, deren letzte Zufluchtsstätten dieselben bildeten, und werden noch heutzutage als Moriscos bezeichnet. Alle Ortschaften der 4 A. haben ganz afrik. Bauart. Der Hauptort der westlichen A. ist die Villa Orgiva, auf einem Hügel des rachtvollen, mit Weingärten, ol⸗‚ Mandel⸗ und eigenbäumen erfüllten, von hohen Bergen umgebenen Thalbeckens des gleichnamigen Flusses gelegen, mit (1877) 4428 CE., einer 165en zweitürmigen Der Haur und ganz plattbedachten Häusern. Der Hauptort der östlichen A. ist die reiche, aber schlechtgebaute Villa U baben mit (1877) 2792 E., in dem weiten, fruchtbaren Thalbecken des Rio de Adra, 555 müber dem Meere gelegen, mit jährlichen, vielbesuchten Messen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 481Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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