FeedBellingshausen Render
GeschichteBrockhaus 1882

Bellingshausen Render, Gottlieb von), russ. Admiral und Seereisender, geb. 9. (20.) Sept. 1778 auf dem Gute Hohenheide auf der —— Osel, lam mit acht Jahren in das Seekadetten orps nach Kronstadt und wurde 1797 als Offizier an die bei Reval stationierte Flottenabteilung entlassen. B. machte 1803 die erste russ. Weltumsegelung unter Krusenstern (s. d.) mit und kreuzte 1809 als Korvettenkapitän gegen die schwed. Flotte. Am 4. (18.) Juli 1819 trat er im Auftrag der russ. Regierung eine Expedition in die Südpolargegenden an, auf welcher er im Dez. 1819 die Traversay½v entdeckte, im Au us 1820 bis zum 70. reitengrad vordrang und die Peters-Insel und Alexanders-Land ½½½— über Rio de Janeiro und Lissabon kehrte die Expedition nach Kronstadt Sie rück, wo sie 24. — (5. Aug.) 1821 ankam. Die Beschreibung dieser Reise durch B. in russ. Sprache wurde auf kaiserl. Kosten gedruckt (Petersb. 1831). Nach seiner Rückkehr wurde B. zum Kommandanten der Ostseeflotte ernannt, unterstützte 1828 die Operationen der russ. Truppen gegen Varna, wofur er zum Vizeadmiral befördert wurde, blockierte während des poln. Aufstandes die Küste von Kurland, wurde hierauf Admiral, schrieb 1831 in russ. Sprache eine Abhandlung sliber das Richten der Geschütze auf der Seer, wurde 1839 Kriegsgouverneur von Kronstadt und Oberkommandant des Hafens und 20 13. (25.) Jan. 1852 in Kronstadt. Seine ronzestatue, von Schröder modelliert, von Morand gegossen, wurde 1869 in Kronstadt enthüllt. Vgl. Rußwurm, evon über die adelige und 1. Familie von B.» (Reval 1870). ellini, eine ausgezeichnete Malerfamilie zu Venedig. Der älteste Künstler dieses Namens ist Giacomo B., geb. zu Beginn des 15. Dabrh.; gest. um 1464, ein Schüler des Gentile da Fabriano. Er lebte zu Florenz, Verona und Venedig. Sein bedeutendstes Werk ist die für den Dom in Verona gemalte Kreuzigung; in Venedig soll er für die Kirchen San-Giovanni e Paolo und San-Zaccaria gearbeitet haben. — Sein ältester Sohn, Gentile B., war 1427 oder 1428 geboren und starb 23. Febr. 1507. Auch von ihm sind nur einige, doch figurenreiche Bilder vorhanden. Er war zugleich als Medailleur ausgezeichnet und ging als solcher 1479 nach Konstantinopel zu ie Relless d II. Dort zeichnete er unter anderm die Reliefs der Theodosianihalte Ehrensäule, die nur in diesen Zeichnungen eralten blieben. Seine hervorragendsten Gemälde Har in der Brera u Mailand die Predigt des heil. arkus, in der Akademie der bildenden Künste in Venedig die figurenreiche Darstellung eines Kreuzmirakels; beide Bilder interessant durch die Ansichten der Straßen und Kostüme im alten Venedig. Das Porträt des Sultans Mohammed II. 90. sich im Privatbesitz zu London. Freier im Stile als der Vater, ist er doch noch wesentlich in der Härte der frühvenetian. Malweise befangen, bedeutender aber durch seinen großartigen histor. Stil. — Berühmter als Gentile ist dessen Bruder, Giovanni B. (Gianbellin oder Sambellin), geb. 1426, gest. 29. Nov. 1516. Dieser wurde das Haupt der ältern Venetianischen Schule, der vorzüglichste Begründer derjenigen Richtung, in welcher diese Schule 11 hohe Bedeutung hat. Wärme der Naturauffassung, naive und doch feine Charakteristik, Kraft und Intensität des Kolorits sind schon in hohem Grade sein Eigentum. Er bildete zahlreiche Schüler, unter denen Giorgione und Tizian die beruühmtesten; doch verdanken auch Bonifazio Veneziano und Sebastiano del Piombo ihm vieles. B. veranlaßte durch Aufnahme der Reformen Mantegnas * 5 die neue Richtung der venetian. Malweise. Nach 1470 erhob sich der Genius seines großen Schülers Tizian und beeinflußte selbst den Lehrer. In der frühern Zeit bediente er sich häufig noch des Goldgrundes. Vorzügliche Werke befinden sich in den Galerien des Louvre, der Akademie in Venedig, London, Wien, Berlin; außerdem in vielen Kirchen Venedigs, wie in San-Zaccaria, San-Giovannise Paolo u. a. Die dresdener Galerie besitzt von ihm das schöne Porträt des Dogen Leonardo Loredan von 1502.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 744Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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