Belluno, eine der nördlichsten Provinzen des Königreichs Italien, Compartimento Venetien, 8270,7 qkm mit — 174 162 CE. umfassend, liegt u beiden Seiten der Piave und ganz im Bereiche er wilden Verzweigungen der südtiroler Dolomitalpen. Der Getreidebau ist sehr beschränkt, reicher schon der Terrassenbau auf Wein und Obst, ausgeichnet die Viehzucht und Alpenwirtschaft, untertützt durch Babaue Bergweiden, nur gering der Ertrag des Bergbaues auf Eisen und Blei, ein Hauptreichtum aber der herrliche Waldbestand. Das Bauholz bildet einen Haupthandelsartikel, welcher besonders nach Venedig geht und teils dnd Piave, teils auf dem Tagliamento verflößt wird, da beide Cova im obern Laufe durch den Flößkanal von * miteinander verbunden sind. ö ie gleichnamige Hauptstadt der Provinz liegt auf einer hohen, von der Piave und dem hier einmündenden Ardo gebildeten Landzun e, 60 km im Norden von Trevise o, in 334 m Höhe. Die Stadt ist Sitz der Delegation und eines Landesgerichts, eines Distriktskommissariats, eines Bischofs und Domkapitels mit reicher Bibliothek. Unter den 14 Kirchen zeichnet sich die nach dem Modell des Palladio erbaute Kathedrale aus. Außerdem hat B. wei Klöster, eine Akademie für Wissenschaften und unste, ein Obergymnasium, eine Handels⸗ und Gewerbekammer, ein schönes Theater und eine merkwürdige, die Stadt mit klarem Gebirgswasser versehende Wasserleitung, Marmorfontänen und einen Triumphbogen. Der Ort zählt hlech 15660 E., welche Seidenspinnereien, Strohflechtereien, Gerberei, Wachsbleichereien und lebhaften Handel mit Holz, Weinen und Früchten betreiben. Dabei entspringt eine natronhaltige Schwefelquelle. Von B. aus gehen drei Straßen, eine nördlich über den Peutelsteiner Paß ins Pusterthal, eine zweite an der Piave abwärts und eine dritte über den malerischen Paß von Serravalle nach Conegliano an der Bahn Triest-Venedig. B. ist der Geburtsort Gregors XVI. Nachdem bereits Ende Juni und Anfang Juli 1873 in B. heftige Erderschütterungen bure efunden hatten, litt die Stadt 8. Aug. 1873 urch ein starkes Erdbeben, durch welches viele Gebäude +, wurden und auch ein Teil der Kathedrale einstürzte. . ½ (s. d.).