Jagellönen ist der Name der von Jagello (s. d.) gestifteten Dynastie, die in Polen und Litauen, Böhmen und Ungarn geherrscht hat. In Polen regierten sieben Könige aus dem jagellonischen Hause (1386— 1572) in vier Generationen. Auf Jagello selbst folgten dessen Söhne (von seiner vierten Gemahlin Sophie, Fürstin von Kiew) Wladislaw III. und Kasimir IV., dann des letztern drei Söhne: Johann Albrecht, Alexander und Sigismund I., zuletzt Sigismunds Sohn, Sigismund August, mit dem der jagellonische Regentenstamm in Polen ausstarb. Mit Sigismund III., einem Sohne des Königs Johann von Schweden und der Schwester Sigismund Augusts, Katharina, kam 1587 eine weibliche Linie der Jagellonen wieder auf den poln. Thron und regierte in dessen Söhnen Wladislaw IV. und Johann Kasimir noch bis 1668. 10 Böhmen und zugleich in Ungarn regierten zwein agellonen: Wladislaw II., der älteste Sohn des poln. Königs Kasimir 1V. (gest. 1516), und jenes Sohn, Ludwig II., welcher 1526 bei Mohaes blieb, Gemahl von Maria, der Enkelin des Kaisers Maximilian I. Mit Ludwigs Schwester, Anna, erlosch hier das jagellonische Haus; diese heiratete den Erzherzog Ferdinand von Osterreich, dem sie die Kronen von Böhmen und Ungarn zubrachte. agemann (Christian Jos.), ein um die Verbreitung der ital. Litteratur in Deutschland verdienter Gelehrter, geb. 1735 zu Dingelstedt im Eichsfeld, trat mit dem 17. Jahre in den Augustinerorden, entfloh aber aus dem Kloster zu Konstanz und erhielt eine Hauslehrerstelle in Dänemark. Doch vom Heimweh getrieben, kehrte J. nach zwei Jahren in die Heimat zurück und mußte zur Sühne nach Rom pilgern. Inzwischen hatte er die ital. Litteratur so lieb gewonnen, daß er nach erhaltener Priesterweihe in Florenz zu bleiben beschloß und hier die Stelle als Beichtvater bei den Deutschen daselbst annahm. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er Direktor am kath. Gymnasium zu Erfurt, und 1775 Privatbibliothekar der Herzogin Anna Amalie in Weimar, wo er zum Protestantismus übertrat. Er starb 4. oder 5. Febr. 1804. Durch seine „Geschichte der freien Künste und Wissenschaften in Italiend (3 Bde., Lpz. 1777—8ʃ), eine Bearbeitung von Tiraboschis «Storia della letteratura italiana, und durch sein Magazin der ital. Litteratur und Künster (S Bde., Weim. u. Halle 1780—85) trug er viel bei zur genauern Kenntnis der ältern ital. Litteratur. Ferdinand J., Sohn des vorigen, geb. zu Weimar 24. Aug. 1780, erwarb sich den Ruf eines nicht unbedeutenden Porträt⸗ und Historienmalers. Er war Schüler Tischbeins in Kassel und Fügers in Wien, bildete sich dann in Paris und Rom weiter aus und kehrte 1810 nach Weimar zurück, wo er 9. Jan. 1820 starb. — . emann (Karoline), Tochter von Christian Joseph J., geb. zu Weimar 25. Jan. 1777, erhielt ihre künstlerische Ausbildung als Schauspielerin und Sängerin in Mannheim unter Beck und Iffland und wurde 1797 am weimarischen Theater angestellt. Durch ihre außerordentliche Schönheit wie durch ihre seelenvolle Stimme, ihren trefflichen Vortrag und ihr im Tragischen ergreifendes Spiel riß sie sowohl in der Oper als im Schauspiel alles zur Bewunderung hin. Auch gewann sie die Neigung des Großherzogs Karl August, der sie zur Frau von Heygendorf erhob. Im J. 1828, nach Karl Augusts Tode, verließ sie Weimar und die Bühne, lebte abwechselnd in Berlin, Mannheim, Dresden und auf ihrem Gute und starb 10. Juli 1848 in Dresden.