FeedBergämo
ErdkundeBrockhaus 1882

Bergämo, Provinz im Königreich Italien, in der Lombardei, um 2816,7 q˙km mit (1881) 391010 E. Sie zerfällt in drei Kreise und ist in ihrem nördl. Teile sehr eebirge und reich bewaldet, während der südliche zu der fruchtbaren lombard. Ebene gehört. Die Flüsse Adda, Brembo, Serio und Oglio befördern das natürliche und künstliche Bewässerungssystem, dem der Boden zum Teil seine Fruchtbarkeit verdankt. Der Iseosee ist einer der s —7 der Lombardei. Die wichtigsten Produkte sind Wein, Korn, Mais, Reis, Seide, Cisen, Marmor, Kohlen, Mineralwasser. Zahlreiche Seiden⸗ und Baumwollspinnereien, Zwirnereien, mechan. Webereien, Kunstmühlen, Papierfabriken, Eisengießereien u. ö w. beschäftigen viele Einwohner und befördern den Wohlstand des Landes. Die . der Provinz, Ber gäm o, im Altertume Bergomum, eine Anlage der Gallier, in 365 m Höhe + steilem Berge, 50 Km von Mailand, ist seit der πμ⁷ der Venetianer (1428), welche Ctadt aeteilt anlegten, in die obere und untere Stadt geteilt; letztere begreift in sich die frühern Vorstädte San-Leonardo und Sant'⸗Antonio. Die obere Stadt ist reizend auf mehrern Hühene zwischen den Flüssen Brembo und Serio geegen und gewährt mit ihren zahlreichen Türmien und Kuppeln noch ganz das Bild einer mittelalterlichen Stadt. B. ist Knotenpunkt der Oberitalieni⸗ — Eisenbahn zwischen Mailand, Brescia und ecco, der Sitz eines Bischofs und des Präfekten, —10 (1881) 39 704 E. und hat eine Maler⸗ und ildhauerakademie, ein Museum, ein Gymnasium, ein Lyceum, eine Technische Schule, eine Handelsschule, mehrere Wohlthätigkeitsanstalten, viele Fabriken, Iu565 in Seide, Tuch, Eisen, nin. Hüten. In Beziehung auf Handel und Industrie nimmt B. unter den ital. Städten eine der ersten Stellen ein. Die Straßen sind 4Waste 5 bergig. die Uicnn Ponora umgewandelten Wälle bieten ein Aape es Panorama. Von den 65 Kirchen und apellen zeichnen sich 1. 2 Alter, Schönheit und „ Gemälde aus: der Dom, die Kirche Sta.⸗ aria-Maggiore mit der prächtigen Kapelle Colleoni, die Kirchen Sant-⸗Alessandro, Sta.⸗Grata, Sto.⸗Spirito, Sant'⸗Agata, San-Bartolomeo. Andere ausgezeichnete Bauwerke und Kunstsammlungen sind: der alte got. Palast Broletto, pon 1354, jetzt mit der Bibliothek, die Accademia Carrara mit wichtiger Gemäldesammlung und ein schönes eholen Resse war die jährlich im August abgehaltene Messe Sant'-Alessandro in der untern Stadt berühmt, welche in einem dazu errichteten Gebäude mit über 400 Läden Wührden Viele Männer haben B. durch Kunst und Wissenschaft berühmt gemacht, wie die Kardinäle Albani, Longo und Mai, die Philologen Calepino und Tiraboschi, die Maler Paxino, Previtali, Moroni, Lotto, Coghetti, Scuri, die Bildhauer und Architekten Campione, Bono, Isabello, Quarenghi, der Dichter Tasso und die Komponisten Mayr und Ron beren Stus nennt man eine Reihe von Birnsorten, deren Früchte durch eine rundliche, vorzugs⸗ ]weise um den meist tief eingesenkten Stiel herum abgeplattete Form und vollkommen schmelzendes „Fleisch gekennzeichnet sind. Bei Lucas bilden sie die 3. Klasse seines Budung die aber auch Früchte von abweichender Bildung einschließt. Die am längsten bekannte Sorte ist wahrscheinlich die Herbstbergamotte, nach Theophrast aus Kleinasien nach Italien eingefuhrt und als Pirum regium hoch-Rameba ußer dieser Herbstbergamotte, deren „Name auf die lombardische Stadt Bergamo hinweist, verdienen folgende Sorten allgemeinste Ver⸗ „breitung: Esperens Herrenbirne (Herbst), Wildling von Motte oder Mullbusch (Mouille bouche), rote Dechantsbirne (Herbst), Crasanne (Okt. bis Rov.), Edel-Crasanne (Jan. bis März), Esperens Bergamotte (Febr. bis . und mehrere aus Belgien eingeführte Sorten. Die Halbbergamotten unterscheiden sich von den echten B. durch nur halb schmelzendes Fleisch. — B. nennt man auch eine Pomeranzenart (Citrus Bergamia Risso), welche in Südeuropa heimisch ist, und aus deren Fruchtschalen man das Bergamottöl (s. d.) gewinnt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 800Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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