Beni-Hassan, Dorf in Mittelägypten, auf dem östl. Ufer des Nils, berühmt durch seine hoch in der Thalwand eingehauenen Felsengräber. Steile Aufwege führen zu den nach Westen geöffneten Einängen, die, Über dreißig an Zahl, in gleicher Höhe sich inziehen und durch einen schmalen Pfad untereinander verbunden sind. Die Anlage der Gräber last in die zwölfte Manethonische —744 die etzte des Alten Reichs (2380—2167 v. Chr.). Die Stadt, zu der sie gehörten, hat keine Ruinen zurückgelassen. Wahrscheinlich wurde sie von den Hyksos, die während der folgenden Dynastie Agypten unterjochten, zerstört, und ihre Ruinen mögen mit der Zeit durch den seinen Lauf hier 7½ verändern· den Strom verschlungen worden sein. Die nördlichsten Kammern sind die ältesten und am rei sten ausgeführten. Sie enthalten, nächst den noch ältern Nekropolen von Memphis, die wichtigsten monumentalen Reste, Darstellungen und Inschriften, die überhaupt aus dem ältesten Agypten erhalten sind. Die Säulenordnung ist größtenteils die dem n enbau eigentümlichste. Aus dem viereckigen Pfeiler, der ohne alle Abscheidung in den Architrav von gleicher Breite, auf dem die Felsendecke ruht, übergeht, entstand durch Abkantung die Sseitige, bann die 16seitige Säule, deren stumpfwinkelige Kanten durch sehrflache Kannelüren schärfer hervorgehoben wurden. Diese ganze Entwickelungsweise findet sich in B. Von den Kannelüren pflegten eine oder zwei oder vier gegenüberstehende voll und glatt gelassen zu werden, welche dann für hierogly hische Inschriften bestimmt waren. Von dem ösprhnalt en Pfeiler blieb zu oberst ein schmales Stück ohne Abkantung stehen und bildete nun den glatt in den Architrav bergehenden Aba: kus als vermittelndes Glied zwischen dem Architrav und dem kannelierten Schafte, der selbst auf einer runden, flachen und breiten Basis, dem Zwischengliede 130 Schaft und Fußboden, ruhte. In den südl. Gräbern von B. tritt eine zweite Säulenordnung auf, deren Form auf der Nachahmung eines flanzenbüschels beruht. Vier Stengel von Lotosblumen sind unter den Kelchen mit fünf Bändern zusammengebunden. Die Kelche in Knospenform, oben abgestumpft, tragen Abakus und Architrav; die Basis ist dieselbe wie die der obersten Säulenordnung. Beide Ordnungen vermischen sich in Agypten nie; ihre einzelnen Elemente sind in den griech. Säulenordnungen wiederzuerkennen. An die Pflanzensäule von B. mit vierteiligem Stamm schließt sich die aus acht Papyrusstengeln zusammengebundene, sowie die in einen einzigen runden Schaft verbundene Säule an, die im neuägypt. Reiche die vorherrschende Ordnung bildet. Der deiBr oder offene Kelch unter dem Abakus, der die Breite des Architravs behält, und die fünf Bänder unter dem Kelchkapitäl fehlen nie; der Schwe ahmt meist die am untern Teile sichtbare zeichneten Stelle, welche B. in der Geschichte der Architektur einnimmt, kommt das Interesse der bildlichen Darstellungen an den Wänden der Gräber gleich, welche in reicher Fülle das Privatleben der Monum jener Zeit vollständiger als irgend eine Monumentengruppe des Alten Reichs vor Augen führen. Sie sind in den neuern Denkmälerwerken über Agypten teilweise wiedergegeben, aber noch bei weitem nicht erschöpft. (S. Han. Agppai che Architektur, 88. 1, und Bildnerei I. 3.)