Benjamin aus Tudela unternahm teils in Handelsgeschäften, teils um die Lage der zerstreuten Juden kennen zu lernen, zwischen 1159 und 1173 eine Reise von Saragossa über Italien und Griechenland nach Palästina und Persien, und kehrte uber * und Sicilien nach leiner Heimat zurück. Die schätzbaren, aber mit Vorsicht zu bterlasen,. Reisenotizen, die er in hebr. Sprache interlassen, sind öfter gedruckt und in das Lateinische, Englische, Holländische und Französische übersetzt worden. Die Ausgabe von Asher (The itinerary of Rabbi B.- (2 Bde., Lond. 1841) enthält den vokalisierten Text nebst engl. Ubersetzung und gelehrten Anmerkungen. Beujowsky (Mor. Aug., Graf von), durch bow Abenteuer merkwürdig, war 1741 zu Werowa im Komitat Neutra in Ungarn geboren, diente als kaiserl. Lieutenant im Siebenjährigen Kriege bis 1758, und ging dann auf Reisen, und zwar zu⸗ „nächst nach Hamburg, wo er Schiffahrtskunde sutdierte, und hierauf nach Amsterdam und Plymouth, wandte sich dann nach Polen, trat der Konföderation uben die Russen bei und wurde Oberst, Befehlsh. er der Kavallerie und Generalquartiermeister. Von den Russen 1769 gefangen, ward er 1770 nach Kamtschatka verwiesen. 6 der Reise dahin rettete er in einem Sturme das Schiff, das ihn 560 und dieser Umstand, sowie ˙ ausgezeichnetes Schachspiel verschafften ihm bei dem Statthalter Nilow eine gute Aufnahme, dessen Kinder er in der franz. und deutschen Sprache unterrichtete. Er veranlaßte daselbst die Erbauung eines öffentlichen Schulhauses, machte den Vorschlag, mit seinen Mitverbannten die südl. Landspitze Kamtschatas anzubauen, und erhielt dafür nicht nur seine Toher sondern auch die Hand Aphanasias, der nachdem es —— 3 Rymnan war, nicht nur das gegen dern auch sich der Festung Botscherezk und des in derselben befindlichen Geldes, 1½ Mill. Piaster, zu bemächtigen. Er segelte nach Formosa, dann nach Macao, wo viele von seinen Begleitern starben, unter ihnen auch Aphanasia. Darauf verkaufte er sein Fahrzeug nebst allem, was darauf war, und verdingte sich auf ein basen Schiff. So kam er nach Frankreich, erhielt daselbst ein Infanterieregiment und dann den Auftrag, auf Madagaskar eine Niederlassung zu gründen. Im Juni 1774 kam er in Madagaskar an, begründete die Niederlassung zu Foul-Point und wußte sich zugleich das Vertrauen verschiedener einheimischer Stämme zu gewinnen, die 1776 ihn zu ihrem König ernannten. Als er, nach Europa zurückgekehrt, um der Kolonie neue Unterstützung zu verschaffen, in Frankreich auf seiten des Ministeriums kein Entgegenkommen sand, trat er wieder in österr. Dienste, in welchen er 1778 im Gefecht von Habelschwerdt gegen die Preußen kommandierte. Im 1783 suchte er in England eine Expedition nach Madagaskar zu Stande zu bringen und reiste, nachdem er bei londoner Privatleuten und n Amerit bei einem Handelshause zu Baltimore in Amerika die nötige Unterstüzung gefunden, im Okt. 1784 ab. Als er indes hier 1785 Feindseligkeiten gegen die Franzosen begann, schickte die Regierung von Isle-de-France aus Truppen gegen ihn. In einem Gefecht mit denselben, 23. Mai 1786, ward er tödlich verwundet. Seine französisch geschriebene Autobiographie wurde von Nicholson Ur 2 (2 Bde., Lond. 1790) und von Forster (2 1791) und Ebeling (2 Bde., Hamb. 1791) übersetzt. Kotzebue hat in seiner Herschwörung in Kamtschatkar B. auf die Bühne gebracht. Beukulen, holländ. Benkoelen (engl. Bencoolen), in der Landessprache Bangkahulu, ist der Name einer niederländ. Residentschaft auf der Südwestküste von Sumatra. eselbe besteht in einem 25087 qkm enthaltenden malen, nördlich von dem Gouvernement der West ste Sumatras, südlich von der Residentschaft der Lampongs Distrikte begrenzten, niedrig gelegenen, ieilweise selbst sumpfigen und ungesunden, zugleich aber fruchtbaren Etreifen Uferlandes. Rur in der Richtun gegen seine östl. rR das dshast Palem e, dur welches B. von der Residentschaft Palembang Zie trennt wird, erhebt sich derselbe allmählich. Die Bevölkerung bestand 1879, die sich auf 6000 Seelen belaufende der Insel Engano mitbegriffen, aus 159 Europäern, 142 750 Eingeborenen, 546 Chinesen, 1. Araber und 1 andern asiat. Fremdling. Die Eingeborenen sind üabei u Trägheit und Indolenz auszeichnende, dabei rachfachtijge, unzuverlässige und verräterisch gesinnte Malaien. Mordthaten, auch an Europäern verüht, kommen bei Hun äufig vor. Viehzucht und Ackerbau sind in unbedeutend. + ½% sind Reis, Pfefser, Kaffee und Muskatnüsse. Reis wird nicht in einer dem entsprechenden Menge gewonnen, sodaß jaährlich 810000 Pikuls davon eingeführt werden müssen. Die Bemühungen der niederländ. Regierung, die Bevölkerung zu der Anpflanzung von Kaffeebäumen und in umfangreicherer Weise zu bewegen, sind bei Trägheit derselben ziemlich erfolglos geblieben. Die Hauptstadt Benkulen, am gleichnamigen Flusse gelegen, mit 6870 E., ist Sitz des Residenten. Die Engländer ließen sich 1685, nach ihrer Vertreibung von Bantam auf Java 1682, zu B. nieder, breiteten sich von hier an der Westküste von Sumatra aus und erhoben * Hauptorte ihrer Besitzungen 0 jener Insel. Sie erbauten daselb 1714 das noch jetzt bestehende großartige Fort Marlborough, gelegen unter 3 48 südl. Br. und 102 16 östl. L. (von Greenwich). In den J. 1798 und 1803 führten sie daselbst aus den Molukken Gewürznelken und Muskatnußbäume ein. Besonders viel geschah für B. 1818—24, wo Sir Stamford Raffles Lieutenant-Gouverneur dieser seit 1802 zu der engl.⸗ ind. Präsidentschaft Bengalen gehörenden Besitzung war. Im J. 1824 wurde B. von England an die Niederlande abgetreten. Die wachsende Blüte des nördlicher r Reche. Padang, die allmähliche Versandung der Reede, infolge deren größere Schiffe, wie z. B. auch die Maildampfer, entweder in der 15 km fudlich von B. gelegenen Pulobai oder an müssen; der Umstand, daß zugleich mit der engl. Regierung die meisten der dort ansässigen wohlhabenden Engländer B. verließen, und namentlich, daß von der niederländ. Regierung — mehr für B. geschah, sind die Ursache, daß die Stadt, seitdem sie in den Besitz der Holländer elangte, sich in einem stets zunehmenden Verfalle befindet.