FeedBergreien
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bergreien (auch Bergreihen und Bergreigen) heißen Lieder, die von Bergleuten und für Bergleute gedichtet sind, also bergmännische Volkslieder. Sie sind weltlichen und geistlichen ½u und schildern die Freuden und Leiden des Bergbaues meist in lyrischer, zuweilen — epischer, an bestimmte Ereignisse anknüpfender Weise. Der vorherrschende Grundton aller ist gläubiges Gottvertrauen. Neben vielem Trivialen, Handwerksmäßigen findet sich darunter doch auch 169. Die zarte, tiefempfundene, 2 volksmäßige Lied. Die eigentliche Heimat der B. ist Sachsen und Thüringen. Dort erschien auch die dei Sammlung „Bergkreien, etliche geistlich und weltlichs (Zwickau 1531 u. 1533). Eine neue vermehrte Ausgabe Ualte⸗ Lieder wurde um 1534 in Nürnberg veranstaltet und in neuem Abdruck durch O. Schade unter dem Titel B., eine Liedersammlung des 16. ahrh. v De Sar 1854) veröffentlicht. Die beste, Rent. K60 Sammlung echter alter B. ist die von einh. Köhler, Alte Bergmannsliederb (Weim. 1858). Neuere Sammlungen teils der und? M. ter, teils Sachssche B. Bergmannslieder sind: M. Döring, «Sächsische B.y (2 Hefte, Grimma 1839— 40); «Grubenklänges (Mühlh. ä. d. Ruhr 1840); W. Kolbe, «Neuestes Bergreienbuche (Halle 1843); „Hilarius Glückauf, der fröhliche Berg⸗ und Hüttenmanno (Eisl. 1843); «Glück auf! 66 Bergmannslieder mit Melodiend (Mühlh. a. d. Ruhr 1857); Vogl, Aus der + Be (Wien 1856).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 826Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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