Bergstürze und Bergrutsche haben verschiedene Ursachen: Störung des Gleichgewichts von Frostwieid durch Unterwaschung; Lockerung durch rostwirkung, indem das Wasser in Gesteinsklüfte eindringt und sich durch Gefrieren ausdehnt; unterirdische Stauung von Wassern auf undurchlässigen Schichten und Erweichung der letztern, sodaß die darüber lagernden Schichten ihren Halt verlieren und herabgleiten (Bergrutsch). Je nach der Verschiedenheit dieser Ursachen und nach der Beschaffenheit des in Bewegung versetzten Materials lassen sich unterscheiden: Felsstürze, bei denen Blöcke gespaltener und gelockerter Gesteinsmassen die Hauptrolle spielen; Erdschlipfe (Bergrutsche), bei denen leicht verwitterbare Stein⸗ und Erdarten auf schiefer Basis ins Gleiten geraten; Schlammströme, erweichte Schichtenkomplexe durch das Gewicht der auflagernden Massen herausgequetscht; und endlich Sclamn Bergstürze, aus Felsblöcken, Erde und Schlamm bestehend. Nur die größten derartigen Erscheinungen verdienen die Namen Die Lerg oder Bergrutsch. Vgl. Baltzer, Uber die Bergstürze in den Alpeno» (Zür. 1875); Heim, «über Bergstürzer (Zür. 1882). Besonders denkwürdig sind die Bergstürze von Plurs im Bergell unweit Chiavenna, wo 4. Sept. 1618 durch den Sturz des Berges Conto der ganze reiche Flecken verschüttet wurde. Sodann der gemischte Bergrutsch von Goldau 2. Sept. 1806, wo sich vom Roßberge dem Rigi gegenüber Nagelfluhbänke ablösten und mit Felsblöcken und Schlamm das blühende Thal mit 450 Menschen begruben; ferner die Stürze von Felsberg in Graubünden 1842 und 1843, an der Südseite des Diablerets 1714 und 1749, bei Bilten in Glarus 1868, am Böttstein in Aargau 1876, bei Kaub am Rhein 10. März 1876 und bei Elm (s. d.) in Glarus 11. Sept. 1881.