FeedAlluvium
NaturlehreBrockhaus 1882

Alluvium, Alluvionen, Alluvialbildungen, nennt man die durch Vermittelung des Wassers zur Ablagerung gelangten Gesteinsgebilde der Jetztzeit. Hierher gehören die Flußanschwemmungen, Deltabildungen und Dünen oder Sandbänke sowie die Ablagerungen auf dem Meeresgrunde, unter letztern namentlich der durch seinen Foraminiferen-Reichtum ausgezeichnete Tiefsee-Globigerinen⸗) Schlamm endlich die kalkigen, kieseligen und eisenreichen Niederschläge der jetzigen Quellen. Alle diese Ablagerungen bezeichnet man auch als recente Ablagerungen. Diese bestehen aus Geröllen, Kies, Sand, Lehm, Schlamm, Thon, Mergel, Kalkschlamm, Kalktuff, Kalksinter, Kieselsinter, kieseliger Infusorienerde, Eisenocker, Raseneisenstein, Torf und zusammengeschwemmten Pflanzenresten. Es sind das zugleich die ursprünglichen Materialien, aus welchen, unter Bedeckung späterer Ablagerungen, alle die verschiedenen ältern und festern Sedimentärgesteine hervorgegangen sind, welche einen Teil der festen Erdkruste bilden, so z. B. Konglomerat, Sandstein anneifenstein, Thonschiefer, Kalkstein, Dolomit, Brauneisenstein, Braunkohle, Steinkohle, Anthracit u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 442Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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