Berlinerblau, ein wichtiges Farbematerial, welches eine dunkelblaue, auf dem Bruche kupferglänzende Farbe und einen matten Bruch hat, geruch⸗ und Wanenut ist und durch die Auflösungen ätzender Alkalien, nicht aber an schwache Säuren zersetzt wird, besteht im reinen Zustande aus einer Verbindung von Eisen und Cyan (früher für eine Verbindung von Eisencyanür mit Eisencyanid gehalten, nach neuern Forschungen aber komplizierter zusammengesetzt); wird aber gewöhnlich mit Thon oder mit Schwerspat verdünnt, um hellere, unter dem Namen Mineralblau im Handel sich findende Sorten herzustellen. Erfunden wurde es 1704, nach andern 1707, von dem Farbefabrikanten Diesbach in Dippels Laboratorium zu Berlin und bis 1724 die Bereitung als ein Geheimnis bewahrt. Man stellt es durch Fällen von Eisenlösungen mit Blutlaugensalz, Auswaschen und Trocknen des erhaltenen blauen Niederschlags dar. Sein Gebrauch ist Iar — sowohl in der Ol⸗ und Wassermalerei als in der Färberei und Druckerei, sowie zur Bereitung von blauer Tinte. Die sehr verschiedenen Sorten unterscheiden sh durch die Namen B., Preußischblau, Erlangerblau u. s. w. Das Pariserblau ist dieselbe chem. Verbindung, jedoch ohne rer außGaun von Thon u. s. w. Das in der Färberei auf Garnen und Geweben erzeugte Blau dieser Art führt den Namen Kaliblau oder Raymondblau, das auf Seide hervorgebrachte den Namen Bleu de France.