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ReligionBrockhaus 1882

Bertholdt von rs Mittelallers der größte deutsche Volksredner des Mittelalters, ward ums J. 1220 wahrscheinlich zu Regensburg geboren und rühmm im dortigen Y uugsburg sei unter dem berühmten David von Augsburg seine Ausbildung. Nachdem er — zu Regensburg seinen Ruf als Redner begründet hatte, zog B. seit 1250 als eiseprediger von Ort zu Ort, zuerst in Niederbayern, 1253 in Landshut, in +1 alsdann rheinaufwärts durchs Elsaß über Kolmar nach der Schweiz, 1257 durch Schwaben nach Augsburg, 1261—62 nach Osterreich, Böhmen, Mähren, sogar bis Ungarn hinab. Während seiner letzten Lebensjahre wirkte B. in Bayern und starb 13. Dez. 127²2 zu Regensburg, wo in der Minoritenkirche noch jetzt sein Grab gezeigt wird. B.s Predigten stehen Hoch über allem, was im Gebiete der n il, 0 Homiletik im Mittelalter bekannt geworden ist, ja sie gesamteit alt Vorzüglichsten, was die deutsche Beredamkeit alter und neuer Zeit aufzuweisen hat. Noch lange lebte das Andenken an den unvergleichlichen Prediger in der Erinnerung des Volks fort, und noch im 15. und 16. Jahrh. besuchte das Volk nicht bloß aus Regensburgs Umgebung, sondern auch von fern der selbst aus Ungarn, die Ruhestätte des GI wurden sie von Göbel (3. Aufl., Regensb. 1873). 1805 außerord. Professor in der philos. Fakultät, 1806 ord. Professor der Theologie und Universitätsprediger und starb am 22. andelt 1822. Seine Bearbeitung des Propheten Daniel (Daniel, aus dem Hebräisch-Aramäischen neu übersetzt und erklärtv, 2 Bde., Erl. 1806—8) war für die Au assung desselben bedeutungsvoll, da B. nicht bloß die ophetischen, sondern auch die histor. Stücke in die Zeit des Antiochus Epiphanes verwies. Der Vers uch dagegen, das Buch in eine Reihe von Fragmenten nerschier dener Verfasser zu zerlegen, hat keinen Beifall gefunden. Noch jetzt ist von Wert seine Christologia Judaeorum Jesu apostolorumque aetate in compendium redacta observationibusque illustratap (Erl. 1811). Die ausführliche „Histor.Kritische Einleitung in die sämtlichen kanonischen und apokryphischen Schriften des Alten und Neuen Testamentso (6 Bde., Erl. 1812—19), unbequem durch die Anordnung, welche alt⸗ und n eutestamentliche Schriften untereinanderstellt, ist nicht bedeutend durch eigene —— K Pige ung, aber immer noch brauchbar durch fleißige usammenstellung fremder Ansichten. Seit 1809 leitete B. anangs mit Ammon zusammen, seit 1814 allein, die edaction des H Journals der neuesten theol. Litteraturv. Von geringer Bedeutung ist die „Theol. Wissenschaftskunde oder Einleitung in die theol. Wissenschaftend (2 Bde., Erl. 1821—22) und das »Handbuch der Dogmengeschichter (2 Bde., Erl. 1822—23).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 878Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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