Bestrichener Raum ist derjenige Teil der Flugbahn eines Geschütz⸗ oder Gewehrgeschosses, in welchem sich letzteres in der Höhe der zu beschießenden I5be bef also in oder unter Manns⸗ oder Reiterhöhe befindet. hn heürs des bestrichenen Raums wird die Flugbahn bestreichend oder rasant genannt. Der bestrichene Raum verringert sich mit der Zunahme der Entfernung des Ziels und der dadurch bedingten stärkern Krümmung der Flug-Inhn er vergrößert sich umgekehrt mit der Abnahme der Entfernung. Die technischen Mittel zur Erreichung flachgespannter Flugbahnen, also großer bestrichener Räume, sind vor allem die Herbeiführung einer großen Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses mittels einer großen Pulverladung und einer eringen Abnahme dieser Geschwindigkeit durch den Luftwiderstand mittels einer günstigen Gestaltun des Geschosses (Langgeschoß). Bei den früher üblich gewesenen kugelförmigen Geschützgeschossen vergrözerte man den bestrichenen Raum durch das 1g ollen, indem man die Kugel verschiedene Aufschläge auf den Boden machen ließ, also die Fach. bahn in mehrere niedrige oder flache Sprünge brach. Je größer der bestrichene Raum, desto unabhängiger ist man von einem genauen Schätzen der Entfernung, was im Gefecht sehr wi ti ist. ů Unbestrichener Raum ist bei Befestigungslinien mit ausspringenden Winkeln der Raum vor der Spitze der letztern, welcher von den Schußlinien der beiden Schenkel, Facen, nicht bestrichen wird, da die Anschlagslinien der Gewehre winkelrecht zur lucht der Feuerlinie angenommen werden. Abtumpfung oder Abrundung der Spitze, Aufstellung eines Geschützes in der Winkelspitze, welches über Bank mit Kartätschen feuert, galten früherhin als die Mittel, den unbestrichenen Raum zu vermindern oder unter Feuer zu nehmen; jetzt sucht man mehr durch recht stumpfe Saillants die unbestrichenen Räume auf ein Minimum zu reduzieren. ö ünn Raum (militärisch), s. unter Betreichen. Be 941.170 (Alexander), russ. Dichter und Novellist, geb. 1795, war Rittmeister beim Generalstabe und Adjutant des Herzogs Alexander von Württemberg. Mit seinem Freunde Rylejew in die Verschwörung von 1825 verwickelt, wurde er nach Jakutsk verwiesen, erhielt aber im Sommer 1829 nach langem Bitten die Erlaubnis, als gemeiner Soldat in die Kaukasusarmee zu treten. Hier fiel er im Juni 1837, nachdem er kurz vorher wieder zum Offizier beförbert worden, in einem Gefechte unweit Jekaterinodar. Vor seiner Verbannung hatte er mit Rylejew, der 1826 hingerichtet wurde, den ersten rus. Almanach, «Der Polarstern⸗ (Petersb. 1823), herausgegeben. Auf seine spätern Arbeiten, die in Novellen und Skizzen bestehen und unter dem Namen Kosak Marlinskij erschienen, waren sein Lebensgang und seine 8.ht sg in am Kaukasus nicht ohne Einfluß. Es t sich in denselben ein ungemeines Talent für Naturschilderungen, ein geringes di⸗ Darstellung von Charakteren unb; zugleich ist ie Darstellung poetisch und witzig, wenn auch manchmal im rohen Soldatenton gehalten. Außer der Erzählung Mullah-Nur » sein Hauptwerk der Roman Ammalat-Bege, welcher pittoreske Beschreibungen kaukas. Gegenden enthält. Gesammelt erschienen hi Schriften in Petersburg 1839—40 in 12 Bänden (deutsch, 4 Bde., L 1845), on Marschon 1835 «Novellen und Erzählungen von Mar⸗ —— veröffentlicht und von eebach in den «Russ. Novellen und Skizzenv Gn 1837) übersetzt worden waren. Anziehende Details über ihn finden 0 in Ermans «KReise um die Erdey (Bd. 2), welche Chamisso zu einem schönen Gedicht benutzt hat. Seine interessante Privatkorrespondenz wurde 1860 von Laus 55. Kapitäntteuten — Seine Brüder, Nikolaus B., Kapitänlieutenant, poetischer Dilettant und Verfasser von «Erinnerungen aus Holland », und Michael B., Kapitän beim Garderegiment Moskau, sowie Peter B., Marinelieutenant und Adjutant des Vizeadmirals Moller, waren ebenfalls an der Militärverschwörung von 1825 beteiligt und wurden nach Sibirien verbannt. Nur Michael erlebte die am Krönungstage Alexanders chet Sept. 1856) gewährte Amnestie, die ihm die Rück 9. nach dem europ. Rußland, mit Ausnahme von Petersburg und Moskau, gestattete. Nikolaus war nicht lange vorher, 1855, in Selenginsk verstorben. Aus seinem Nachlaß erschienen Most. „Rasskasy i powjesti starawo morjakan (Mosk. 1860). Peter beleitete seinen Bruder Alexander nach dem Kaukasus, wo er im Wahnsinn starb. — Der Vater dieser vier Brüder und eines fünften, Paul, war der Wirkl. Staatsrat Alexander B., ein gouvernementaler Publizist unter Alexander I., der schon vor 1825 starb.