Bhat, eine eigentümliche, erbliche, eine Art Kaste bildende Genossenschaft von Barden in der Westhälfte von Vorderindien, namentlich in den Ländern, welche früher zu Guzerate gehörten. Haupt-Habi unter der radschputischen Bevölkerung daselbst stehen die B. nebst den ihnen nahe verwandten Charuns in großem Ansehen und üben 833 Heletteru. Beide m angesehensten sind jedoch die letztern. Beide rühmen sich göttlichen Ursprungs. Die B. sind hrer de, Bolteleg herumziehende Barden, Aufbewahrer der Volkslegenden und Familientraditionen, mitunter auch Gaukler, Wahrsager u. s. w. Diejenigen Häuptlinge und andere Vornehme, welche sich freigebig gegen sie zeigen, werden von ihnen in Liedern gepriesen, während sie auf solche, von denen sie sich vernachlässigt glauben, Satiren machen und verbreiten, die sich meistens auf unechte Geburt und daher Personen niedrige Gesinnung der betreffenden Personen beziehen. Mitunter, wenn ein B. sich besonders empfindlich durch einen Häuptling gekränkt fühlt, befestigt er das Bildnis desselben, zugleich aber auch einen alten Schuh oben an einer Stange und zieht hiermit von Dorf zu Dorf, allenthalben Spott⸗ und elhst oder dt auf jenen vortragend, bis dieser selbst oder die Anverwandten desselben den B. durch reiche Geschenke versöhnen. Einen B. zu töten gilt für das allerschwerste, auf keine Weise zu sühnende Verbrechen.