FeedBatta oder richtiger Battak
ErdkundeBrockhaus 1882

Batta oder richtiger Battak, ein merkwürdier, der malaiischen Rasse angehörender Volks-Len auf Sumatra, in welchem sich die frühesten wohner dieser Insel, durch fremde Kulturelemente seit Jahrhunderten wenig oder nicht beeinflußt und Bie 3. nah bis in die Gegenwart erhalten haben. Die B. nahmen in ältester Zeit den ganzen nördl. Teil von Sumatra bis zum 1. nördl. Br. ein wurden aber schon seit einem Jahrtausend, zuerst von der Ost⸗ und Nordostküste durch eine Anzahl kleinerer, spezifisch mohammed. Staaten, später von der Nord⸗ und Nordwestküste durch das Hietch 1205 entstandene, gleichfalls mohammed. Reich Atschin und endlich von der Westküste hauptsächlich durch die Ausbreitung der Niederländer verdrängt oder gingen daselbst in der sich ausbreitenden, wwe ifisch malaiischen Bevölkerung der Küstenriche allmählich auf. Die noch gegenwärtig ihre Eigentümlichkeit und zugleich ihre polit. Unabhänigkeit bewahrenden B. sind, allenthalben vom eere abgeschlossen, auf die Thäler und Bergebenen des Sumatra in seiner ganzen Länge und dessen nördlichern Teil mit mehrern parallelen Ketten durchziehenden Barissangebirges beschränkt. Sie zeigen in ihrer Körper⸗ und Gesichtsbildung den allgemeinen malaiischen Rassentypus, sind aber rößer und kräftiger gebaut als die Bewohner der üste. Sie stehen auch in moralischer Hinsicht höher als die letztern und gelten für ehrlich, treu und zuverlässig. Sie sind in Stämme geteilt unter meistens erblichen Häuptlingen (Radschas), welche aber nur während eines ame oil eine besondere Macht ausüben. Alle Stämme bilden eine Bundesgenossenschaft. Ihre Gemeindeverfassung ist im allgemeinen eine verständig geordnete. Ihre Dörfer Kampongs) werden an den wenigst zugänglichen tellen erbaut und durch Gräben, Palissadierunen und Hecken von Stachelbambus befestigt. Sie nd geschickte und fleißige Landbauer, betreiben die Zucht von Pferden und Büffeln, zeigen sich auch in manchen Handwerken, wie z. B. in der Verferti-Man von Waffen und andern Gerätschaften aus etall, kunstreichen Schnitzereien aus Holz und Elfenbein u. s. w., nicht unerfahren und stehen überhaupt auf keiner ganz niedrigen Stufe der Kultur, da sie eine Aterntur Buchstabenschrift und eine Mhas wete itteratur besitzen. Ham Bücher (Pustahas) bestehen aus alen von zusammengefalteter, in horizontalen Zeilen von links nach rechts, mit Tinte beschriebener Baumrinde zwi⸗ — zwei massiven Deckeln, deren oberer in der —— mit einer darauf ruhenden geschnitzten Figur ehen ist. Dieselben handeln über Astrologie, uberei, Geisterbeschwörungen, Medizin, die unst, Krieg V ren u. s. w. Für kleinere Mitteilungen, Briefe u. s. w. ritzen die B. ihre Schriftzeichen in dünne Bambusstäbe von unten nach oben ein. Die Sprache der B. ist als eins der ältesten malaiisch-polynes. Idiome zu betrachten und Eeln samt den Wiomen der westlichen kleinern Inseln mit der Hova-Sprache von Madagaskar im engden Gaauben an gute ühre Religion ist ein in em Glauben an gute und böse Geister bestehendes Heidentum. Die Gesetzesbestimmungen der B. (Hadat) sind nicht geschrieben, sondern werden mündlich uberliefert. Zu diesem Gewohnheitsrechte gebrach daß in einzelnen schweren Fällen die Verrecher lebend verzehrt werden. Unter besondern Umständen kann jedoch die Todesstrafe durch Geld abgekauft werden. In ältester Zeit bestand bei den B. selbst der Gebrauch, ihre hochbejahrten und altersschwachen Eltern zu verzehren. Der Anthro1155.M. der B. gedenken schon Masüdi 944, Edrisi 1150, Marco Polo 1298 und Nicolo di Conti 1449, der sie zuerst Batech, d. h. Battak, nennt. Daß in vorhistor. Zeit die B. wie überhaupt die Bevölkerung Sumatras Beziehungen zu Vorderindien gehabt haben müssen, — daraus hervor, da ihre Sprache einige dem Sanskrit angehörende Wörter r. daß 151 Schrift sich auf die ren welien urückführen läßt und daß sich in ihren re igiösen Vorstellungen gewisse, wenngleich nur schwache Übereinstimmungen mit denen der Hindu nicht verkennen lassen. Die für die Ausfuhr geeigneten Erzeugnisse ihres Landes, hauptsächlich Pfefer, Kam-Note Benzos, verschiedene andere Harze, Elfenbein, iotang, und von Tieren Pferde, werden von den B. nach den früher ihnen, jetzt den Niederländern gehörenden Küstenörtern Singkel, Baros, Tikous und Tapanuli gebracht und daselbst verkauft oder egen Salz, Eisen, Messingdraht, grobes chines. Porzellan, europ. Kattunstoffe u. s. w. vertauscht. Außer den Mitteilungen von Marsden, Raffles, Crawfurd und Junghuhn über sie sind verschiedene neuere in der Tijdschrift voor Nederlandsch Indién (Batavia), namentlich die Arbeiten von Neubronner van der Tuuk, sehr beachtenswert. Vgl. Schreiber, Die B. in + Verhältnisse zu den Malaien auf Sumatray (Barm. 1874); Neubronner van der Tuuk, Battaksch-Nederduitsch Woorden-

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 559Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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