Bicetre, berühmtes on Parts in der Nähe und auf der südwestl. Seite von Paris, auf einer kahlen Höhe, war vormals ein altes Ritterschloß und bie noch jetzt mit seinen Türmen und Mauern, die mehrere Gebäude und Zwinger umschließen, viel von dem Ansehen eines mittelalterlichen Baues. Das Schloß wurde von Ludwig XIII. zur richnung für invalide Offiziere und Soldaten eingeri tet, aber nachher, als Ludwig XIV. das große Invalidenhaus Hehiss — in ein Civilhospital umgewandelt. Als solches enthielt es 1801, als das in der Revolution ganz verwahrloste Spitalwesen zu Paris neu geordnet werden sollte, Bettler, Vagabunden, Krüppel, Blinde, Epileptische. Scabiöse, Syphilitische, Skrofelnkranke, Spitzbuben, Raubmörder, Kinder und Irrsinnige im ganzen etwa 3000 Individuen, ohne Unterschied des Geschlechts, Alters und Gebrechens und in unsaubern Gemächern und Zellen einquartiert. Bis 1837 befand sich in B. auch ein Gefängnis für zum Tode oder zu den Galeeren verurteilte Verbrecher. Gegenwärtig ist B. ausschließlich ein Armen⸗, Kranken⸗ und Irrenhaus mit U—.— 3000 Betten, wovon ungefähr 1000 für die Blöd⸗ und Wahnsinnigen, die übrigen für die Armen bestimmt sind, welche wenigstens 70 J. alt oder mit unheilbaren, zu jeder Arbeit untauglich machenden Gebrechen behaftet sein müssen, wenn sie Rinie re werden sollen.